Blitzer, Radarfallen und Radarwarner: Alles rund um die Geschwindigkeitsmessung

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Geblitzt: Die Messung der Geschwindigkeitsüberschreitung

Blitzer messen die Geschwindigkeit.

Blitzer messen die Geschwindigkeit.

Gedankenvergessen, unter Zeitdruck oder einfach weil die Straße frei war – die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit ist für viele Autofahrer kein Grund, die Geschwindigkeit zu drosseln. Dieses Verhalten kann sich allerdings rächen, wenn irgendwann ein Bußgeldbescheid mit Foto im Briefkasten landet und Bußgeld, Punkte oder ein Fahrverbot gemäß Bußgeldkatalog vergeben werden.

Blitzer sind in Deutschland ein Standardwerkzeug der Polizei. Es gibt verschiedene Modelle und nicht immer bekommen Betroffene mit, dass sie von einem Blitzer erwischt worden sind. Blitzer sind oft verschrien als Abzocke des Staates, dabei erfüllen die Geschwindigkeitsmessgeräte einen wichtigen Zweck.

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) wird im § 3 bestimmt, dass ein Fahrzeug nur so schnell geführt werden darf, dass der Fahrer das Fahrzeug ständig beherrschen kann. Entsprechende Höchstgeschwindigkeiten wurden im selben Paragraphen festgeschrieben. Die Einhaltung dieser maximalen Geschwindigkeit dient letztlich der Sicherheit im Verkehr. Nicht selten könnten Unfälle mit schwerem Personenschaden oder tödlichen Verletzungen verhindert werden, wenn die Begrenzung eingehalten würde.

Trotz des § 3 StVO gibt es eine Vielzahl von Geschwindigkeitsverstößen. Ein Gesetz ist also stets nur so viel wert, wie es durchgesetzt wird. Die Polizei setzt Blitzer ein, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten und das Verkehrsrecht durchzusetzen. Ohne diese technische Möglichkeit wäre ein Verstoß nicht bzw. nur schwer nachweisbar. Der § 3 würde zum zahnlosen Tiger.

Sinn und Zweck von Blitzern

Blitzer dienen der Gewährleistung von Sicherheit im Straßenverkehr. Nach Aussagen der Polizei liegt der Fokus bei den Geschwindigkeitsmessungen bei Unfall- und Gefahrenschwerpunkten (z. B. Kitas und Schulen). Außerdem bieten Sie im Rahmen der Ahndung von Verkehrsverstößen ein hohes Maß an Rechtssicherheit und ermöglichen indirekt die Durchsetzung des Verkehrsrechts auf deutschen Straßen.

Feste Blitzer werden an Gefahrenstellen und Unfallschwerpunkten aufgestellt.

Feste Blitzer werden an Gefahrenstellen und Unfallschwerpunkten aufgestellt.

Strategischer Einsatz vom Geschwindigkeitsmessgerät

Sie blitzen innerorts und außerorts – es gibt eine Vielzahl an zugelassenen Geschwindigkeitsmessgeräten in der Bundesrepublik. Nicht immer ist für einen Autofahrer erkennbar, dass vor ihm eine Radarkontrolle stattfindet. Dies ist in der Regel auch sinnvoll, denn wenn Blitzer von Weiten sichtbar sind, passen die Fahrer ihre Geschwindigkeit nur für einen kurzen Moment an.

Die Polizei bzw. die Behörden verfolgen insgesamt zwei Strategien bei der Geschwindigkeitsmessung mit den Radarfallen. Dies ist erstens die verdeckte Geschwindigkeitskontrolle, bei der die Messung durch die Autofahrer möglichst nicht bemerkt wird und das ist zweitens die permanente Geschwindigkeitsmessung an Gefahrenstellen sowie Unfallschwerpunkten.

Auf diese Weise helfen stationäre bzw. feste Blitzer Straßenabschnitte mit besonderer Gefährdung zu sichern. Wer einmal oder mehrfach an derselben Stelle geblitzt wurde, wird zukünftig seine Geschwindigkeit an diesem Ort drosseln. Verkehrspsychologisch kann also von einem Lerneffekt ausgegangen werden. Der Nachteil ist allerdings, dass hinter dem stationären Blitzer wieder der Gasfuß ungestraft zuschlagen könnte. Dafür gibt es aber mobile Blitzer.

Ein mobiler Blitzer ist flexibel einsetzbar. Die Polizei kann daher je nach Bedarf an verschiedenen Messstellen „Jagd“ auf Temposünder machen. Dies setzt Autofahrer unter einen gewissen Druck, die Höchstgeschwindigkeit stets einzuhalten. Immerhin könnte eine Geschwindigkeitskontrolle nahezu überall stattfinden. Wer also kein Bußgeld oder keine Punkte riskieren möchte, sollte sich stets an die Höchstgeschwindigkeit halten. Nicht immer ist die Messung erkennbar, denn es gibt mittlerweile auch Blitzer ohne Blitz.

Es gibt verschiedene Blitzer-Modelle in Deutschland.

Es gibt verschiedene Blitzer-Modelle in Deutschland.

Gängige mobile Blitzer

  • Mobile Radarfalle: Dies ist die häufigste Variante in Deutschland. Die Messgeräte sind auf einem Stativ montiert oder im Auto platziert. Mittels Radarstrahlung wird die Geschwindigkeit festgestellt.
  • Laserpistole: Die Polizisten verfolgen mit Laserstrahlung das Auto vom Fahrbahnrand aus. Die Messung erfolgt mittels Lichtimpuls. In der Regel werden Verkehrssünder im Anschluss direkt angehalten.
  • Lichtschrankenmessung: Es werden Lichtschranken mit Sender und Empfänger auf beiden Fahrbahnseiten aufgestellt. Die Geschwindigkeit wird beim Durchfahren der Lichtschranke gemessen.
  • Helligkeitssensoren: Die Methode ist gut geeignet, um die Geschwindigkeit in Kurven zu messen. Die Geschwindigkeitsbestimmung erfolgt mittels Helligkeitsprofilen.
  • Police-Pilot-System bzw. Polizei-Blitzer: Die Messung wird im fließenden Verkehr (meist Autobahn) durch Nachfahren eines ziviles Polizeiautos durchgeführt. Die Fahrt wird auf Video aufgezeichnet.  Die Geschwindigkeit ermitteln die Beamten anhand eines geeichten Tachos. Es gibt eine hohe Toleranz bei diesem Blitzer.

Gängige stationäre Blitzer

  • Feste Radarmessung: Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt mittels Radarmethode. Bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit wird die Kamera bzw. der Blitz ausgelöst.
  • Induktionsschleifen: Das Einsatzgebiet ist eher der Rotlichtverstoß. Die Induktionsschleifen sind fest in der Fahrbahn verbaut. Die Messung funktioniert durch die Berechnung der zeitlichen Differenz bei der Magnetisierung der einzelnen Schleifen.
  • Piezosensoren: Verschiedene Kabel werden in der Fahrbahn fest verbaut. Durch Überfahren fließt ein Strom. Entsprechend der zeitlichen Differenz kann die Geschwindigkeit bestimmt werden.

Kosten für Blitzer

Für die Errichtung der Blitzer fallen Kosten an, die von der Kommune oder vom Bundesland getragen werden müssen. Je nach Modell der Radarfallen können das zwischen 20.000 und 250.000 Euro sein. Trotz der hohen Anschaffungspreise amortisieren sich die Radargeräte häufig recht schnell. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählt Geschwindigkeitsvergehen zu den häufigsten Verkehrsordnungswidrigkeiten.

Blitzer: Welche Strafen drohen?

Blitzer werden bei Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen eingesetzt. Meist ist ein Blitzer-Foto das Ergebnis dieser Verkehrsordnungswidrigkeiten. Es dient dann der Ermittlung des Verkehrssünders. Welche Strafen einer Radarkontrolle folgen, ist grundsätzlich im Bußgeldkatalog festgeschrieben. Vergeben werden Verwarnungsgelder, Bußgelder, Punkte und Fahrverbote. Wer zu häufig gegen die Höchstgeschwindigkeit verstößt, kann die Fahrerlaubnis aber auch komplett verlieren.

Begehen Sie einen Geschwindigkeitsverstoß und es erfasst Sie ein Blitzer, kann es Punkte bereits ab 21 km/h zu viel geben. Ein Fahrverbot wird außerorts ab 41 km/h und innerorts ab 31 km/h vergeben. Wer eine rote Ampel überfährt, erhält mindestens einen Punkt in Flensburg. Betroffene können nach einem Blitzer einen entsprechenden Rechner verwenden, der die Höhe der Bußgelder bzw. Punkte kalkuliert. Häufig lässt sich sogar ein Wert für den Toleranzabzug vom Blitzer eintragen. In der Regel liegt dieser bei drei km/h bzw. 3% über 100 km/h. Der Wert kann aber je nach Blitzer-Modell variieren. Insbesondere beim Police-Pilot-System gibt es für den Blitzer eine hohe Toleranz mit einem Wert zwischen fünf und zehn Prozent.

Blitzerwarner und Blitzer-App alarmieren Kraftfahrer, wenn eine Radarfalle in der Nähe ist.

Blitzerwarner und Blitzer-App alarmieren Kraftfahrer, wenn eine Radarfalle in der Nähe ist.

Blitzer-App – legal oder illegal?

Blitzer-Apps erfreuen sich auch weiterhin großer Beliebtheit. Um Bußgelder und andere Strafen zu vermeiden, werden auf dem Smartphone Applikationen installiert, die vor stationären und mobilen Blitzern warnen. Dazu greift die App auf eine große Datenbank von Radarfallen zurück, die kontinuierlich auf aktuellem Stand gehalten wird.

Es gibt aber noch andere „Blitzerwarner“, die ohne App funktionieren. Sogenannte Radarwarner sind elektronische Geräte, die mittels elektromagnetischer Wellen Radaranlagen erkennen und den Fahrer entsprechend auf den Blitzer hinweisen. Solche Warner sind auch teilweise so konstruiert, dass sie die Radarmessung stören können. Der Betrieb solcher Geräte im Auto ist allerdings seit 2002 verboten. Wer dagegen verstößt, erhält ein Bußgeld von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg. Gleiches gilt für die Verwendung von Blitzer-Apps. Der Besitz einer App ist zwar nicht verboten, allerdings die Verwendung im betriebsbereiten Zustand schon.

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