Bußgeldkatalog – Bahnübergang: Welche Regeln sind zu beachten?

Bußgelder – Fehlverhalten am Bahnübergang

Verstoß: Fehler am BahnübergangPunkteBußgeld (€)Fahrverbot
Mit einem Fahrzeug den Vorrang eines Schienenfahrzeugs nicht beachtet180.-nein
...mit Gefährdung1100.-nein
...mit Sachbeschädigung1120.-nein
Bahnübergang ohne Einhalten der Wartepflicht überquert, obwohl sich ein Zug näherte180.-nein
Bahnübergang ohne Einhalten der Wartepflicht überquert, obwohl Blinklicht gelbe/rote Lichtzeichen zeigte, die Schranken sich senkten oder ein Bediensteter “Halt” gebot2240.-1 Monat
Als nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer bei geschlossener Schranke den Bahnübergang überquert0350.-nein
Als Kraftfahrzeugführer bei geschlossener Schranke einen Bahnübergang überquert2700.-3 Monate
Unzulässig überholt070.-nein
...mit Gefährdung085.-nein
...mit Sachbeschädigung0105.-nein
Mit nicht angepasster Geschwindigkeit an einen Bahnübergang herangefahren1100.-nein

Bahnübergang – Welche Regelungen sieht der Bußgeldkatalog vor?

An einem Bahnübergang müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen.

An einem Bahnübergang müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen.

Bahnübergänge werden nach § 11 der Eisenbahn-Bau und Betriebsordnung (EBO) als „höhengleiche Kreuzungen von Eisenbahnen mit Straßen, Wegen und Plätzen“ definiert. Hier treffen also unterschiedliche Verkehrssysteme aufeinander.

Möchten Fahrzeugführer, Radfahrer oder Fußgänger einen Bahnübergang überqueren, sind verschiedene Regelungen zu beachten, die nach dem Bußgeldkatalog bei Missachtung nicht nur ein Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein mehrmonatiges Fahrverbot mit sich ziehen können, sondern ebenso ein sehr hohes persönliches Risiko für den Fahrer bergen.

Was muss also genau auf Bahnübergängen beachtet werden? Was ist der Unterschied zwischen einem beschrankten und einem unbeschrankten Bahnübergang? Welche Bedeutung hat das Andreaskreuz? Worauf weisen beim Bahnübergang eine Bake und ein gelbes Blinklicht hin? Und vor allem: Mit welchem Bußgeld, möglichen Punkten und Fahrverbot haben Sie nach dem Verkehrsrecht und der aktuellen Bußgeldtabelle zu rechnen? Darüber informieren wir Sie im Folgenden.

Das sollten Sie über das Verhalten am Bahnübergang wissen

Vor einem Bahnübergang müssen Sie die Geschwindigkeit reduzieren.

Vor einem Bahnübergang müssen Sie die Geschwindigkeit reduzieren.

Wie bereits einleitend erwähnt wurde, gibt es unterschiedliche Formen von Bahnübergängen, die mit diversen Warnzeichen versehen sein können. Im Folgenden erklären wir, welche Bedeutung diese haben und welche Regelungen Verkehrsteilnehmer zu beachten haben, damit es nicht zu brenzligen Situationen kommt.

Beschrankter und unbeschrankter Bahnübergang

Der beschrankte Bahnübergang wird einem dreieckigen Schild angezeigt, das rot umrandetet ist und auf dem ein Zaun in der Mitte zu sehen ist. Der unbeschrankte Bahnübergang hingegen wird mit einem Schild angekündigt, auf dem ein Zug zu sehen ist. Dieses Verkehrszeichen ist ebenfalls dreieckig und hat einen roten Rand.

Wichtig ist, dass Sie an vor allem an unbeschrankte Bahnübergänge nur mit einer mäßigen Geschwindigkeit heranfahren, sodass Sie sowohl sehen als auch hören können, wenn sich ein Schienenfahrzeug Ihnen nähert.

Andreaskreuz

Das Andreaskreuz signalisiert dem Autofahrer, dass er sich unmittelbar vor dem Bahnübergang befindet. Es besteht aus zwei gekreuzten weißen Balken mit roten Enden. An Bahnübergangen mit Andreaskreuzen gelten weiterhin spezielle Regelungen. Bis zu 10 Meter vor dem Andreaskreuz ist das Halten nicht erlaubt, wenn dadurch das Verkehrszeichen verdeckt wird. Weiterhin darf vor und hinter dem Andreaskreuz innerorts bis zu 5 Meter und außerorts bis zu 50 Meter nicht geparkt werden.

Vor dem Andreaskreuz muss angehalten werden, wenn:

  1. sich ein Schienenfahrzeug nähert,
  2. rotes Blinklicht oder gelbe bzw. rote Lichtzeichen gegeben werden,
  3. die Schranken sich senken oder geschlossen sind,
  4. ein Bahnbediensteter Halt gebietet oder
  5. ein hörbares Signal, wie ein Pfeifsignal des herannahenden Zuges, ertönt.

Bahnübergang mit Bake

Das Andreaskreuz steht direkt vor einem Bahnübergang.

Das Andreaskreuz steht direkt vor einem Bahnübergang.

Die weiß-rote Bake vor dem Bahnübergang ist am rechten Fahrbahnrand aufgestellt und gibt die Entfernung an, bis der Bahnübergang erreicht ist. Die Bake soll den Fahrer möglichst früh auf den bevorstehenden Bahnübergang aufmerksam machen.

Ein roter Streifen auf der Bake steht für eine Entfernung von 80 Metern. In der Regel wird 240 Meter vor einem Bahnübergang die erste Bake aufgestellt. Auf dieser Bake sind dementsprechend drei rote Streifen. Zwei Streifen stehen also für eine Entfernung von 160 Metern und bei einem Streifen ist der Bahnübergang nur noch 80 Meter entfernt.

Bahnübergang mit Ampel: rotes Blinklicht und gelbes Blinklicht

Das Lichtzeichen vor Bahnübergängen warnt vor einem sich annähernden Zug und kennt nur eine gelbe und eine rote Lichtphase. Ist die Sicherungsphase zu Ende, so erlischt das Licht. Die Bahnstrecke gilt dann nicht mehr als gefährlich und der Bahnübergang darf wieder überquert werden.

Weist das rote Blinklicht einen Pfeil auf, hat dann nur derjenige Autofahrer zu warten, der auch in diese Richtung fahren möchte.

Eisenbahnverkehr hat Vorrang vor Straßenverkehr

Allgemein gilt an Bahnübergängen gemäß der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO), dass der Eisenbahnverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr hat. Dies wird z.B. durch das Andreaskreuz entsprechend gekennzeichnet. Auch an Bahnübergängen auf Fuß-, Feld-, Wald- oder Radwegen hat der Schienenverkehr Vorrang.

Überholverbot an Bahnübergängen

Die StVO sieht in Deutschland ein allgemeines Überholverbot an Bahnübergängen vor. So heißt es in § 19 Abs. 1 StVO:

„Wer ein Fahrzeug führt, darf an Bahnübergängen vom Zeichen 151, 156 an bis einschließlich des Kreuzungsbereiches von Schiene und Straße Kraftfahrzeuge nicht überholen.“

Diese Sanktionen erwarten Sie bei Verstößen an Bahnübergängen

Ein Unfall am Bahnübergang hat häufig verheerende Folgen.

Ein Unfall am Bahnübergang hat häufig verheerende Folgen.

Generell sollten Sie vor der Überquerung von Bahnübergängen immer besondere Vorsicht im Verkehr walten lassen.

Zwar ist die Anzahl der Unfälle im Vergleich zu anderen Unfallursachen wie bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Abstandsverstößen eher niedrig, allerdings enden Unfälle an Bahnübergängen häufig tödlich. Dabei sind sie mit etwas mehr Vorsicht vermeidbar.

Überholen Sie, obwohl ein Überholverbot gilt, kommt auf Sie ein Bußgeld von 70 Euro zu. Entsteht dabei eine Gefährdung oder gar eine Sachbeschädigung, erhöht sich das Bußgeld auf 85 Euro bzw. 105 Euro.

Wenn Sie den Vorrang des Schienenfahrzeugs nicht beachten, dann kommt neben dem Bußgeld von 80 Euro auch ein Punkt in Flensburg auf Sie zu. Bei einer nicht angepassten Geschwindigkeit wird zusätzlich ein Punkt in das Fahreignungsregister eingetragen.

Verstoßen Sie gegen die Wartepflicht, obwohl vor dem Andreaskreuz mit rotem oder gelbem Blinklicht aug einen heranfahrenden Zug hinweisen wurde, sich die Schranken gerade senkten, ein Bahnbediensteter „Halt“ gebot oder auch der Zug zu hören war, wird Ihnen nicht nur ein Bußgeld von 240 Euro in Rechnung gestellt, sondern Sie erhalten auch zwei Punkte in Flensburg.

Darüber hinaus droht ein einmonatiges Fahrverbot. Entsteht zusätzlich eine Gefährdung oder Sachbeschädigung, erhöht sich das Bußgeld entsprechend. Halten Sie sich daher lieber an die Wartepflicht, auch wenn Sie meinen, die Bahnstrecke überblicken zu können.

Eine besonders harte Sanktion erhält derjenige Fahrer, der den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken oder Halbschranken überquert. Dieser hat nicht nur mit einem saftigen Bußgeld von 700 Euro zu rechnen. Ihm werden weiterhin zwei Punkte in Flensburg eingetragen und ihm wird zusätzlich ein Fahrverbot von drei Monaten verhängt.

Tipps zum richtigen Fahrverhalten am Bahnübergang

Wollen Sie sich Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot ersparen und einen Unfall am Bahnübergang vermeiden, so beherzigen Sie folgende Punkte:

Bei Verstößen am Bahnübergang droht meist nicht nur ein Bußgeld. Auch andere Sanktionen können die Folge sein.

Bei Verstößen am Bahnübergang droht meist nicht nur ein Bußgeld. Auch andere Sanktionen können die Folge sein.

  • Fahren Sie mit gemäßigter Geschwindigkeit an den Bahnübergang heran.
  • Schalten Sie Ihr Radio aus und lassen Sie sich auch sonst nicht ablenken, zum Beispiel durch Gespräche oder Telefonate.
  • Versuchen Sie nie, einen Bahnübergang noch kurz vor einem sich nähernden Zug zu überqueren und halten Sie sich an die Licht-, Verkehrs- oder Handzeichen.
  • Halten Sie nie auf einem Bahnübergang auf und bedenken Sie, dass das Parken vor dem Andreaskreuz in einem gewissen Bereich nicht erlaubt ist.
Wollen Sie sich auch über sonstige Vergehen und ihr Strafmaß nach dem Verkehrsrecht erkundigen, so können Sie einen Bußgeldrechner nutzen. Dieser zeigt Ihnen zu den unterschiedlichen Verkehrsverstößen alle Bußgelder, Punkte und möglichen Fahrverbote, errechnet auf der Basis des Bußgeldkatalogs 2017.
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