Bußgeldkatalog für LKW 2017: Was gilt für Lastkraftwagen?

Die Bußgelder für LKW-Fahrer fallen meist höher aus als die Bußgelder für PKW-Fahrer. Von LKW geht schließlich eine höhere Gefahr für den Straßenverkehr aus, wenn sich die Fahrer nicht an die Verkehrsregeln halten. Die Höhe der Bußgelder können Sie in unserem LKW-Bußgeldkatalog nachlesen.

Neuer LKW-Bußgeldkatalog 2017: Die wichtigsten Bußgeldtabellen für Lastkraftwagen

LKW-Fahrer – ein besonderer Beruf

Aufgrund ihrer Funktion gehören LKW zum Bereich der Nutzfahrzeuge.

Aufgrund ihrer Funktion gehören LKW zum Bereich der Nutzfahrzeuge.

„Brummifahrer“ ist noch immer für viele Kinder ein Traumjob. Die Freiheit der Straße, ein mächtiges Fahrzeug und stets auf Achse sein – der Beruf hat durchaus etwas Romantisches. Abseits dieser Idealisierung ist der Job als LKW-Fahrer aber auch voll von Entbehrungen. Bei langen Touren schlafen die Berufskraftfahrer auf irgendeinem Rastplatz, während der Verkehr über die Autobahn rauscht, fernab der Familie und dem eigenen Heim.

Nicht selten wird es stressig, wenn der Transportweg zu knapp bemessen wurde, oder irgendein Stau den Zeitplan durcheinander bringt. Dann einfach aufs Gas treten, geht auch nicht, denn das Verkehrsrecht hat strenge Bestimmungen für LKW festgeschrieben.

Jeder einzelne Punkt, den ein Fahrer erhält, gefährdet die berufliche Existenz. Daher erhalten Sie im folgenden Ratgeber einen Übersicht über die in Deutschland gültigen Regeln bezüglich LKW. Wir klären, was Ihnen beim Geschwindigkeits- bzw. Abstandsverstoß droht, welche Konsequenzen eine Überladung hat und gehen kurz auf das LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen ein.

Welche Fahrzeuge gelten als LKW?

Für LKW gibt es besondere Regelungen.

Für LKW gibt es besondere Regelungen.

LKW gibt es in den verschiedensten Formen und für die unterschiedlichsten Zwecke. Die Lastwagen dienen dabei in der Regel dem Transport von Gütern und fallen daher in die Kategorie der Nutzfahrzeuge.

Auf den Straßen sind häufig auch sogenannte Lastzüge, welche aus einem LKW sowie einem Anhänger bestehen, zu sehen.

Eine weit verbreitete Bauweise hat der sogenannte Sattelzug. Dieser besteht aus einer Sattelzugmaschine und einem Sattelauflieger.

Um solche Fahrzeuge führen zu können, wird ein LKW-Führerschein der Klasse C1 (LKW bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht) oder C (schwere LKW) benötigt. Mit einer Anhängererweiterung können dann auch Anhänger über 750 kg an das Zugfahrzeug angekoppelt werden. Bei der Anhänger-Klasse C1E darf das zulässige Gesamtgewicht von 12 Tonnen allerdings nicht überschritten werden.

Die Fahrzeugklasse LKW beginnt in der Regel ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Es gibt aber auch Fahrzeuge, die leichter sind, allerdings aufgrund ihrer Bauweise und ihres Zwecks ebenfalls zu den LKW gezählt werden.

Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz

Seit dem Sommer 2006 schreibt das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG) allen gewerblich agierenden LKW-Fahrern eine Grundqualifikation vor. Ziel ist es die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Die alle fünf Jahre zu absolvierende Weiterbildung gliedert sich in fünf Module. Bei erfolgreichem Absolvieren erhalten Kraftfahrer die Schlüsselzahl 95 in der Fahrerlaubnis.

Beispiele aus dem für LKW gültigen Bußgeldkatalog

Geschwindigkeitsverstoß: Der Bußgeldkatalog für LKW sieht hohe Strafen vor.

Geschwindigkeitsverstoß: Der Bußgeldkatalog für LKW sieht hohe Strafen vor.

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) wurden die wichtigsten Regelungen zum Straßenverkehr festgeschrieben. Verstöße werden von der Polizei und weiteren Ordnungsbehörden geahndet und sanktioniert. Konnte eine Zuwiderhandlung (z. B. Geschwindigkeitsüberschreitung) festgestellt werden, wird ein Bußgeldverfahren eröffnet. Mittels Bußgeldbescheid erhalten die betroffenen LKW-Fahrer die verhängten Sanktionen mitgeteilt. Diese können sein:

  • Bußgeld
  • Punkte
  • Fahrverbot

Um für ähnliche Verkehrsverstöße auch vergleichbare Sanktionen verhängen zu können, wurde der bundeseinheitliche Bußgeldkatalog eingeführt. Dieser dient den Bußgeldbehörden als Orientierungsrahmen bei der Festsetzung der Strafe. In dem Katalog gibt es zu jedem Tatbestand eine sogenannte Bußgeldtabelle. Die Tabellen können Sie in unseren LKW-Ratgebern einsehen. Alternativ können Sie aber auch unseren Bußgeldrechner nutzen.

Geschwindigkeitsverstoß mit LKW

Für Nutzfahrzeuge wie LKW gelten in Deutschland andere Bestimmungen in Sachen Höchstgeschwindigkeit als bei PKW. Der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand. Die schweren Fahrzeuge haben einen längeren Bremsweg und wegen ihres Gewichts ein erhöhtes Schadenspotential.

Für LKW gilt wie für PKW innerorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Auf der Autobahn dürfen LKW maximal 80 km/h fahren. Nur mit Sondergenehmigung ist eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. Das Tempolimit von 80 km/h gilt auch für Land- und Bundesstraßen. Übersteigt das Gewicht des LKW allerdings 7,5 Tonnen ist es auf 60 km/h beschränkt.

Geschwindigkeitsverstöße mit einem LKW werden in Deutschland konsequent geahndet. Punkte gibt es innerorts bereits ab 16 km/h zu viel. Wer über 60 km/h zu schnell fährt, erhält ein Bußgeld von 680 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.

Führer von Lastkraftwagen müssen Lenk- und Ruhezeiten aufzeichnen lassen.

Führer von Lastkraftwagen müssen Lenk- und Ruhezeiten aufzeichnen lassen.

Überladung beim LKW: Welches Bußgeld droht?

Keinen Spaß verstehen die Ordnungsbehörden bei der Überladung von LKW. Diese kann die Verkehrssicherheit enorm beeinträchtigen und schädigt zudem die Beschaffenheit der Straße.

Wird eine Überladung am LKW festgestellt, haftet aber nicht nur der Fahrer. Auch der Halter bzw. Arbeitgeber muss mit Punkten und Bußgeldern rechnen.

Bei einer Überladung von über 30 % sind das beispielsweise ein Punkt und 425 Euro.

Halter und Fahrer werden beide sanktioniert, um zu verhindern, dass Unternehmen gewerbsmäßig ihre Fahrzeuge überladen lassen. Somit tragen beide die Verantwortung dafür, dass das zulässige Gewicht nicht überschritten wird.

Lenk- und Ruhezeiten für LKW-Fahrer

Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Ist der LKW-Fahrer übermüdet oder erschöpft, besteht die Gefahr, dass es aus Unachtsamkeit zu einem Sach- oder Personenschaden kommt. In der StVO ist daher die Verwendung eines Fahrtenschreibers vorgeschrieben. Mithilfe seiner Aufzeichnungen können die Behörden überprüfen, ob die entsprechenden Zeiten auch eingehalten wurden.

Ist dies nicht der Fall, können Bußgelder vergeben werden. Wurde beispielsweise die Tageslenkzeit um bis zu eine Stunde Überschritten, werden 30 Euro fällig. Konnte die Fahrerkarte nicht vorgezeigt werden und die Kontrolle war dadurch unmöglich, sind 250 Euro zu zahlen. Strafen kann auch der Unternehmer erhalten, wenn er nicht auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten seiner LKW-Fahrer achtet.

LKW-Fahrverbot: An Sonn- und Feiertagen dürfen LKW nicht fahren.

LKW-Fahrverbot: An Sonn- und Feiertagen dürfen LKW nicht fahren.

Bestimmungen zum LKW-Fahrverbot

In Deutschland gilt ein LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen in der Zeit zwischen 0 und 22 Uhr. LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen bzw. LKW mit Anhänger dürfen in dieser Zeit nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen sind Ausnahmen möglich.

Wird das LKW-Fahrverbot ignoriert, erhalten Fahrer ein Bußgeld von 120 Euro. Wurde das verbotswidrige Fahren vom Unternehmen angeordnete, kann ein Bußgeld in Höhe von 570 Euro verhängt werden.

Ferienfahrverbot

Während der Ferienzeit (1. Juli bis 31. August) gilt zudem auch an Samstagen in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr ein LKW-Fahrverbot auf festgelegten Strecken.

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