Gefahrguttransport mit Lkw

Bußgelder – Gefahrguttransport

VerstoßBußgeld (€)
Orangene Tafel nicht oder nicht sichtbar angebracht300,-
Orangene Tafel nicht richtig oder nicht richtig sichtbar angebracht100,-
Dichtigkeit nicht überprüft250,-
Schriftliche Weisung nicht mitgeführt oder nicht ausgehändigt (rechtzeitig)150,-
Beförderungspapier nicht mitgeführt oder nicht ausgehändigt (rechtzeitig)150,-
Bescheinigung über Basiskurs oder Aufbaukurs nicht mitgeführt oder nicht ausgehändigt (rechtzeitig)500,-
Rauchverbot nicht beachtet250,-
Nach dem Entladen nicht gereinigt250,-
An unzulässiger Stelle be- oder entladen100,-

Das sollten Sie bei Gefahrguttransporten beachten

Der Gefahrguttransport ist in Europa einheitlich geregelt.

Der Gefahrguttransport ist in Europa einheitlich geregelt.

Lkw befördern täglich Millionen Güter über deutsche Bundesstraßen und Autobahnen. Neben der regelmäßigen Versorgung der Städte mit Lebensmitteln befördern Lkw unter anderem auch sogenannte gefährliche Güter auf der Straße.

Diese stellen auf verschiedene Weisen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Es versteht sich demnach von selbst, dass beim Gefahrguttransport besondere Vorsicht geboten ist und die Logistik des Transports angepasst werden muss.

Doch welche Vorschriften und Bestimmungen gelten genau für den Transport von Gefahrgut mit dem Lkw?

Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die Gefahrgutverordnung und gibt Ihnen zusätzliche Infos zum Bußgeldkatalog für Gefahrgut.

Gesetzliche Grundlagen für Gefahrguttransporte in Deutschland und international

Die „Gefahrgutverodnung Straße“ (GGVS) setzt in Deutschland die Regelungen für sogenannte „Gefahrgut-Lkw“ fest. Unter diesen Begriff können Fahrzeuge, Sattelzüge oder gewöhnliche Hänger fallen. Die Gefahrengutverordnung basiert auf dem Europäischen Abkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

Laut GGVS müssen die Fahrzeuge oder Züge rundherum als Gefahrgut gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung erreichen Sie mit Hilfe der spezifischen Warnschilder – den sogenannten Gefahrgutzeichen oder Gefahrgutaufklebern.

Als Fahrer müssen Sie beim Transport von Gefahrgut zudem einen Merkzettel zu den jeweiligen Stoffen dabei haben. Auf diesem stehen Informationen zum richtigen Verhalten im Falle eines Unfalls. So können größere Folgeschäden im Verkehr vermieden werden. Diese Hinweiszettel sollten in den Landessprachen aller durchfahrenen Länder verfasst sein.

Als Gefahrgüter gelten ebenfalls Güter, welche grundsätzlich nicht als gefährlich gelten, jedoch beim Transport zu Gefahren führen können.

Die Gefahrgutklassen laut Gefahrgutverordnung

Gefahrgutaufkleber kennzeichnen die Ladung.

Gefahrgutaufkleber kennzeichnen die Ladung.

Die Verordnung unterscheidet neun Klassen gefährlicher Stoffe. Für jede einzelne Klasse gelten besondere Regelungen. Der Kontakt mit ätzenden Stoffen kann beispielsweise zu schweren Verletzungen führen. Bei leicht entzündbaren Materialen ist hingegen der Kontakt mit offenem Feuer zu verhindern.

Beim Transport einer dieser Klassen gehören laut europäischem und deutschem Recht orangefarbene Tafeln für den Verkehr gut sichtbar an die Karosserie. Sind diese nicht oder nicht richtig angebracht, folgen mitunter saftige Bußgelder.

Auf diesen Warnschildern steht ein Zahlencode, welcher die Gefahrgutklasse laut ADR definiert und somit international erkannt wird.

Übersicht über die Gefahrgutklassen:

GefahrgutklasseEntsprechung
1Sprengstoffe und Gegenstände, die Sprengstoffe enthalten
2.1Gase - entzündbar
2.2Gase - nicht entzündbar
2.3Gase - giftig
3Entzündbare flüssige Stoffe
4.1Entzündbare Stoffe
4.2Selbstentzündliche Stoffe
4.3Stoffe, die entzündliche Gase mit Wasser bilden
5.1Entzünden wirkende Stoffe
5.2Organische Peroxide
6.1Giftige Stoffe
6.2Ansteckungsgefährliche Stoffe
7Radioaktive Stoffe
8Ätzende Stoffe
9Sonstige gefährliche Gegenstände/Stoffe

Qualifikationen für Umgang und Transport gefährlicher Stoffe

Um gefährliche Güter zu transportieren, müssen Lkw-Fahrer eine spezielles Seminar absolvieren: Die ADR-Gefahrengut-Schulung. Ein erfolgreicher Abschluss ermöglicht den Gefahrguttransport für fünf Jahre. Anschließend muss der Fahrer die Schulung wiederholen bzw. auffrischen.

Doch nicht nur die Fahrer müssen für den Gefahrguttransport qualifiziert sein. Entsprechende Kenntnisse werden von allen Teilnehmern erwartet. Meist muss der Betrieb zudem den Gefahrgutbeauftragten für die jeweilige Beförderung schriftlich bestellen. Da dies einen erheblichen Aufwand für die Logistik darstellt, gibt es Ausnahmen.

Informationen zum ADR-Gefahrengut-Lehrgang: Die Schulung besteht aus einem dreitägigen Kurs. Anschließend legen Sie eine schriftliche Prüfung ab: Von 30 gestellten Fragen müssen Sie mindestens 25 richtig beantworten, um die Bescheinigung zu erlangen. Diesen Gefahrengutführerschein erlangen Sie bei der örtlichen Stelle der Industrie- und Handelskammer (IHK). Der Schein ist auf internationalen Bestimmungen aufgebaut.

Checkliste für Lkw-Fahrer für Gefahrguttransporte

Beim Gefahrguttransport gelten beim Unfall besondere Vorschriften.

Beim Gefahrguttransport gelten beim Unfall besondere Vorschriften.

Folgende Punkte sollte Sie als Fahrer von gefährlichem Gut besonders beachten:

  • Sachgemäße Ladungssicherung
  • Prüfung der Güter
  • Prüfung der Verpackung auf Beschädigungen
  • ADR-Schulungsbescheinigung/Transportdokumente mitführen
  • Striktes Alkohol und Rauchverbot einhalten
  • Ordnungsgemäße Kennzeichnung
  • Schutzhandschuhe und Schutzbrille mitführen
  • Zwei Warnzeichen und eine Taschenlampe mitführen
  • Augenflüssigkeit/Atemschutz/Erste Hilfe Material bereit halten

Für den Gefahrguttransport gilt ein striktes Rauchverbot: Die transportierten Stoffe können sich meist leicht entzünden!

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