Überholverbot für Lkw

Bußgelder – Lkw-Überholverbot

VerstoßPunkteBußgeld (€)Fahrverbot
Überholverbot für Lkw ab 3,5 t nicht beachtet170.--
... mit Gefährdung185.--
... mit Unfall1105.--
Überholverbot für Lkw ab 3,5 t nicht beachtet und dabei den Gegenverkehr
... behindert1150.--
... gefährdet2250.-1 Monat
... zum Unfall geführt2300.-1 Monat
Bei einer Geschwindigkeitsdifferenz unter 10 km/h überholt180.--

Überholverbot beim Lkw: Das gibt es zu beachten

Das Überholverbot für Lkw nicht beachtet? Hohe Strafen können folgen.

Das Überholverbot für Lkw nicht beachtet? Hohe Strafen können folgen.

Für Lkw-Fahrer gelten in Deutschland eine große Anzahl an Bestimmungen und Regelungen. Da die Schwergewichte der Straßen bei Unfällen oft drastische Schäden anrichten, hat das Verkehrsrecht einen besonderes Auge auf Lkw. Es gelten für sie besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen und Abstandsvorschriften sowie festgesetzte Fahrzeiten.

Auch der Überholvorgang ist bei Lkw genau geregelt. Damit soll untere anderem den berühmten „Elefantenrennen“ entgegen gewirkt werden, damit der Verkehr nicht minutenlang blockiert wird. Überholverbote für Lkw sind deshalb in Deutschland nicht selten.

Elefantenrennen werden meist mit der Situation „Lkw überholt Lkw“ in Verbindung gebracht. Doch zu langsames Überholen ist auch mit anderen Fahrzeugen – etwa mit dem Pkw – nicht erlaubt und deshalb strafbar.

Überholverbot für Lkw auf der Autobahn

Aufgrund der Länge der Fahrzeuge und der gedrosselten Geschwindigkeit von Lkw kann es mitunter lange dauern, bis das Überholen abgeschlossen ist. Für Lkw gilt auf Autobahnen die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Da Lkw-Fahrer oft unter Zeitdruck stehen, fahren viele Lkw mit annähernd gleichen Geschwindigkeiten. Das erschwert ein zügiges Überholen.

Bei Straßen mit zwei Spuren je Richtung kann ein andauerndes Überholmanöver den Verkehr drastisch behindern. Aus diesem Grund gibt es auf manchen Strecken für Lkw ein Überholverbot, auch auf der Autobahn. Gekennzeichnet wird es laut StVO durch das Verkehrszeichen 277 (Überholverbot für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t, einschließlich ihrer Anhänger und von Zugmaschinen, ausgenommen Personenkraftwagen und Kraftomnibusse).

Richtig mit dem Lkw überholen

Beim Überholen müssen Lkw schnell sein.

Beim Überholen müssen Lkw schnell sein.

Auch wenn keine Überholverbote vorliegen, darf ein Lkw nicht einfach überholen.
Laut StVO gilt: Ein Überholvorgang darf nicht mehr als 45 Sekunden in Anspruch nehmen. Für Lkw ist dies nur zu schaffen, wenn zwischen Überholenden und Überholten eine Differenzgeschwindigkeit von 10 km/h besteht.

Demnach kann ein Lkw, der sich auf Autobahnen an die Höchstgeschwindigkeit hält, erst dann ausscheren, wenn das Fahrzeug vor ihm 70 km/h fährt. Hat der Vorausfahrende keine besondere Geschwindigkeitsbeschränkung, ist dieser Fall eher unwahrscheinlich.

Durch Elefantenrennen sparen Lkw-Fahrer kaum Zeit. Fährt ein Lkw beispielsweise durchgängig 82 km/h gewinnt er pro 500 km Fahrt lediglich 9 Minuten – sofern die Strecke auch durchgängig frei ist. Die Zeitersparnis ist also minimal, die Belastung und Behinderung des Verkehrs dafür umso größer.

Der Mindestabstand muss auch beim Überholmanöver eingehalten werden. Zum vorausfahrenden Fahrzeug sollten mindestens 50 Meter liegen, wenn schneller als 50 km/h gefahren wird. Bei Unterschreitungen gibt es Bußgelder und einen Punkt in Flensburg.

Ratgeber: Folgende Punkte sind beim Überholmanöver wichtig.
– Mindestabstand einhalten
– Zügiger Ablauf: Andere Fahrzeuge müssen nach 45 Sekunden überholt sein
– Auf den Pkw-Verkehr achten und möglichst wenig stören

Falsches Überholen oder Überholen im Überholverbot: Strafen für Lkw

Lkw müssen sich an das Überholverbot halten.

Lkw müssen sich an das Überholverbot halten.

2017 sieht der Bußgeldkatalog für Lkw, die im Überholverbot das Manöver dennoch durchführen, strenge Konsequenzen vor.

Ein Punkt in Flensburg und ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro folgen der Missachtung der Verkehrszeichen mindestens – bei Gefährdungen oder gar einem Unfall sind die Strafen wesentlich höher. Ein einmonatiges Fahrverbot und ein Bußgeld von 300 Euro können als Ahndung folgen.

Elefantenrennen haben ebenfalls einen Punkt und ein Bußgeld zur Folge.

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  • Jeden Tag 17. Januar 2017, 20:15

    Wann kommt endlich das längst überfällige komplette Überholverbot für Lkw auf Autobahnen. Lkw sollen mit 80 km hintereinander herfahren und sich nicht ständig Elefantenrennen über zig Kilometer liefern; kurzfristig die Fahrspuren zum Überholen wechseln und dabei den nachfolgenden schnelleren Pkw-Verkehr oft drastisch gefährden. Sie verursachen durch dieses Verhalten immer wieder kilometerlange Staus. Und kommt mir nicht mit der Begründung, die Waren würden nicht ankommen. Ob 80 oder 100…die Waren kommen immer an, nur eine Kleinigkeit früher oder später.

    • MB 21. Februar 2017, 6:25

      Das Problem ist gar nicht mal das die Waren nicht ankommen, viel schlimmer ist die Monotonie die Auftritt wenn du die ganze Zeit hinter ein und demselben Fahrzeug her fährst. Dabei lässt die Konzentration ganz stark nach, was dann schnell zu Auffahrunfällen führen kann. Das ist eher der Grund warum ich hin und wieder mal überhole.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ein Kraftfahrer

  • Vielfahrer 19. Juni 2017, 15:33

    Wie dem Artikel zu entnehmen ist, sind im Prinzip alle Überholvorgänge von LKW rechtswidrig. Das Problem liegt also nicht in fehlenden Verboten sondern vielmehr in der Überwachung der bestehenden Gesetze. Würden Elefantenrennen konsequent geahndet, würde sich das unter den Fahrern sehr schnell herumsprechen und das Problem wäre gelöst.

  • Ralph K 27. August 2017, 2:52

    Es sollen “Elefantenrennen” vermieden werden? Eine glatte Lüge! Denn wenn das beabsichtigt ist, warum haut man dann auch Fahrer kleiner LKW bis 7,5 t in die Pfanne, die locker, selbst beladen mit 70 oder 80 die Kassler Berge raufkommen? Oder schmeißt endich die Geschwindigkeitsbegrenzer aus den Wagen oder erhöht die zul. Höchstgeschwindigkeit der LKW auf Autobahnen auf 90 oder 100 km/h. Die Technik dazu (Fahrwerk, Retarder-Bremsen) ist längst vorhanden. Damit würden die Nerven aller entlastet. Nur verbohrte grün geschiss. Ideologen verhindern das! Ausgerechnet in Baden-Württemberg scheint man jetzt dazuzulernen, und beschränkt das Überholverbot z. B. auf der A81 bei Heilbronn auf LKW über 7,5 t.

  • Michael 12. Oktober 2017, 19:36

    Mal so nebenbei für alle die es nur von einer Seite sehen wenn kein LKW mehr überholen darf wird eher noch eher ab stumpfen mich würde es dann gar nicht mehr interessieren ich würde nur noch kucken ob frei ist und überholen fertig genauso als wenn wir ein generelles Tempolimit bekommen würden (Momentan wird da wo es erlaubt und möglich ist schnell gefahren)aber das ist eine andere Geschichte! Das ist aber nur meiner einer mal angenommen es fahren wirklich alle brav 80km/h Spätestens am Berg läuft alles auf weil einer nur noch 20km/h fährt und alle aus bremst ( bestes Beispiel jeden Tag am Pommer!)! Wieder egal
    Mal angenommen es stört uns nicht kommt jetzt doch der Punkt wo es spätestens alle stört wenn sich alle an 80km/h und Überholverbot halten!!
    Folgendes wir gehen nur um eine Zahl zu nennen davon aus das ein LKW durch 80 und nicht überholen am Tag ca. 45km weniger schafft das heißt also bei 3 Millionen LKW 135 000 000 km am Tag die also andere LKW fahren müssen !!!
    Also reichen keine 3 Millionen LKW mehr sondern wir brauchen knapp weitere 190000 LKW die nur das auffangen plus das was noch jährlich an Steigerung dazukommt und das war nur für deutschlands zulassungsstatistik gerechnet und der nächste Nebeneffekt die Transport kosten und somit die Preise im laden werden erheblich teurer und Fahrer fehlen auch das wären ja dann weitere 190000 Fahrer die Parkplätze sind so schon Mangelware dann ist es noch schlimmer und wird am Ende noch gefährlicher als das überholen!!!
    Ich muss ganz klar sagen überholen ja aber wir brauchen Fahrer die nicht um jeden preis Überholen!!!

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