Bußgeldkatalog – Handy am Steuer

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Handy am Steuer – Strafe nach dem Bußgeldkatalog 2016

Verstoß:PunkteBußgeld (€)
Telefonieren am Steuer während der Fahrt oder bei Stopp mit
laufendem Motor ohne Benutzung einer Freisprechanlage
160.-

Wann ist Telefonieren am Steuer erlaubt und wann ist es verboten?

Wer beim Telefonieren am Steuer erwischt wird, dem kann das nach den neuen Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) teuer zu stehen kommen. Nicht nur wurden die Bußgelder erhöht. Auch hat der Verkehrssünder unter Umständen mit einem kompletten Fahrverbot zu rechnen. Welche Konsequenzen die Handynutzung nach dem neuen Verkehrsrecht und Bußgeldkatalog hat, das zeigen wir im Folgenden.

Mann telefoniert mit Handy am Steuer

Mann telefoniert mit Handy am Steuer

Wer mit dem Mobiltelefon in der Hand oder allgemein beim Benutzen des Handys während der Fahrt erwischt wird, hat mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg zu rechnen. Im Rahmen der Punktereform hat sich das Bußgeld für das Telefonieren am Steuer deutlich erhöht.

Im Zuge der Reform wurde das Bußgeld, für Verkehrsteilnehmer, die zum Beispiel mit dem Handy am Steuer geblitzt wurden, von 40 Euro auf 60 Euro erhöht. Dazu kommt noch die Eintragung von einem Punkt in Flensburg (dies galt auch schon vor der Reform). Allerdings wiegt dieser Punkt in Anbetracht des veränderten Punktsystems (nur noch 8 und nicht mehr wie bisher 18 mögliche Punkte) nach der neuen StVO deutlich schwerer. Ein Fahrverbot wird beim Telefonieren mit dem Handy am Steuer jedoch nicht verhängt.

Das Telefonieren am Steuer wird dann als ein Verstoß gegen das Verkehrsrecht angesehen, sobald der Führer des Kfz ein Handy aufnimmt oder hält. Das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung ist hingegen erlaubt. Das Handyverbot im Auto gilt zudem nicht, wenn das Auto steht und der Motor ausgeschaltet ist.

Wird ein Autofahrer zum wiederholten Male beim Telefonieren am Steuer erwischt, kann es unter Umständen passieren, dass es doch zu einem Fahrverbot kommt. Denn nach § 25 Straßenverkehrsgesetz (StVG) kann für Ordnungswidrigkeiten ein Fahrverbot von bis zu 3 Monaten verhängt werden, wenn diese auf einer groben oder beharrlichen Pflichtverletzung beruhen.

Die folgende Tabelle fasst die Einzelheiten über das Bußgeld, die Punkte und dem Fahrverbot nochmals zusammen.

Tatbestand: Nutzung des MobiltelefonsPunkteBußgeld (€)Fahrverbot
- bei laufendem Motor ohne Benutzung einer Freisprechanlage160.-nein
- ohne Freisprechanlage0-nein
- bei ausgeschaltetem Motor und stehendem Auto0-nein

Was hat sich während der Punktereform noch geändert?

Seit dem 1. Mai 2014 gelten gemäß der Einführung des Fahreignungsregisters ein neues Punktesystem und ein reformierter Bußgeldkatalog. Die Veränderungen betrafen folgende Punkte:

  • Reduzierung der Punkte:
    Die ehemals 18 Punkte wurden auf lediglich 8 Punkte runtergeschraubt.
  • Verstärkte Fokussierung auf die Verkehrssicherheit:
    Delikte werden jetzt stärker nach Schwere bzw. Gefährdung der Straßensicherheit geahndet.
  • Abschaffung der Tilgungshemmung:
    Von nun an wird jeder Verstoß an und für sich getilgt. Die Tilgungshemmung beträgt für Ordnungswidrigkeiten (1 Punkt) 2,5 Jahre, für grobe Ordnungswidrigkeiten (2 Punkte) 5 Jahre und für Straftaten mit der Entziehung der Fahrerlaubnis (3 Punkte) 10 Jahre.
  • Veränderter Punkteabbau:
    Bei bis zu 5 Punkten ist der Punkteabbau durch eine freiwillige Teilnahme an ein Fahreignungsseminar möglich. Bei mehr Punkten entfällt die Möglichkeit des Punkteabbaus. Zudem kann nur alle fünf Jahre lediglich ein Punkt abgebaut werden.

Was ist mit Handy im Auto erlaubt und was ist verboten?

Headset statt Handy am Steuer

Headset statt Handy am Steuer

Das Telefonieren am Steuer lenkt den Fahrer vom Verkehrsgeschehen ab und verlangsamt durch die mangelnde Konzentration seine Reaktionsfähigkeit. Wird die Aufmerksamkeit bei einer Fahrt von 50 km/h zum Beispiel auch nur um eine Sekunde abgewendet, legt ein Auto in dieser Zeit bereits fast 14 Meter zurück, ohne dass der Fahrer diese Strecke mitbekommen an. Eine entsprechende persönliche und allgemeine Gefährdung der Verkehrssicherheit kann hierbei die Folge sein.

Einer Statistik des Kraftfahrt-bundesamtes (KBA) kann man entnehmen, dass immer mehr Autofahrer mit dem Handy am Steuer erwischt werden. 2011 waren es an der Zahl 450.000 Fahrer, davon zunehmend Frauen.

Die offizielle Bezeichnung des Vergehens, nämlich die „Nutzung eines Mobil- oder Autotelefons ohne Freisprecheinrichtung als Kraftfahrer bei laufendem Motor“, verdeutlicht bereits, dass im Grunde gilt: Jegliche Handynutzung während des laufenden Motors ist verboten. Das Telefonieren im Auto ist lediglich bei der Verwendung einer Freisprechanlage erlaubt.

Handyverbot im Auto: Weitere Vergehen, die mit einem Bußgeld geahndet werden

Verboten ist nicht nur das Telefonieren während der Fahrt mit dem Handy. Bußgeld und ein Bußgeldbescheid werden gemäß des neuen Bußgeldkatalogs von 2016 auch bei folgenden Vergehen fällig:

  • Lesen oder Schreiben einer SMS, E-Mail etc.
  • Nutzung des im Handy integrierten Navigationssystems, sofern die Bedienung per Hand erfolgt
  • Wegdrücken eines Anrufers

Für diese Verstöße wird äquivalent zum Telefonieren mit dem Handy am Steuer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro verlangt und ein Punkt in Flensburg vergeben. Da das Telefonieren bzw. die Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt als eine Ordnungswidrigkeit gilt, beträgt die Tilgungsdauer des dafür vegebenen Punktes 2,5 Jahre.

Weitere Folgen für den Autofahrer wegen Handynutzung

Kommt es in Folge von Telefonieren am Steuer zu einem Unfall, kann es unter Umständen sein, dass der Fahrer für den Schaden selbst aufkommen muss und die Versicherung nicht zahlt. Dies ist dann der Fall, wenn der Autofahrer sich wegen grober Fahrlässigkeit verantworten muss. Trotz des veränderten Versicherungsvertragsgesetzes, der eine quotale Entschädigung entsprechend des eigenen Verschuldens des Versicherten ansetzt, heißt es, vorsichtig sein, Ärger ersparen und Handy ganz beiseite lassen.

In der Probezeit mit Handy am Steuer geblitzt

Handy am Steuer in der Probezeit

Handy am Steuer in der Probezeit

Gerade junge Leute weisen eine hohe Affinität zu sozialen Netzwerken auf. Gerne werden mit den Smartphones – Stichwort allgegenwärtiges Internet – nochmal die neuesten Meldungen in Facebook und Co. gecheckt oder schnell mal eine Nachricht an den Freund oder die Freundin verschickt.

  • Bei einem Führerschein auf Probe wird unterschieden zwischen einem A-Verstoß und einem B-Verstoß. Mit dem Handy am Steuer zu telefonieren zählt zu den B-Verstoßen. Ein B-Verstoß zieht in der Regel keine Probezeitmaßnahmen nach sich.
  • Verkehrsvergehen in der Probezeit, die ein Bußgeld von mindestens 60 Euro nach sich ziehen, führen zu einer Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre. Da das Telefonieren am Steuer 60 Euro kostet, müssten Fahranfänger demnach auch hier mit einer Probezeitverlängerung rechnen. Dem ist aber nicht so, denn das Telefonieren mit dem Handy am Steuer ist ein B-Verstoß und führt daher erst beim zweiten Mal zur Probezeitverlängerung.

Achtung! Handy am Steuer – Strafe meiden

Wenn Sie während der Fahrt dennoch Ihr Mobiltelefon ungestraft nutzen möchten, dann bietet sich eine gute Gelegenheit hierfür beim Stehen an einer roten Ampel oder im Stau. Vergessen Sie dabei allerdings nicht, den Motor auszuschalten und das Gespräch rechtzeitig vor der Einschaltung des Motors zu beenden! So entgehen Sie einem Punkt und dem Bußgeld und das Telefonieren bleibt möglich.

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{ 12 Kommentare… add one }
  • Peter S. 15. April 2016, 1:52

    Hallo,

    Wird meine Probezeit verlängert wenn ich mir nichts zu schulden habe kommen lassen ausser
    das ich einmal beim fahren mit dem Handy erwischt wurde. Habe gelesen das es sich nur
    um einen B-Verstoß handelt und es nicht die Probezeit verlängert!

    Stimmt das?

    LG Peter

    • Bussgeldkatalog.de 18. April 2016, 8:31

      Hallo Peter,

      da es sich hierbei um einen B-Verstoß handelt, wird Ihre Probezeit nicht verlängert. Sollte es zu einem zweiten B-Verstoß kommen oder einem A-Verstoß, müssen Sie mit einer Verlängerung der Probezeit rechnen.
      bussgeldkatalog.de

  • Wolfgang K. 11. Mai 2016, 21:31

    Handy benutzen beim Auto fahren kann gar nicht streng genug bestraft werden, täglich passieren Unfälle durch abgelenkte Handy-Nutzer, oft bringen sie andere in Gefahr, weil auf die Gegenfahrbahn gekommen oder ähnliches, der andere Verlehrsteilnehmer versucht aus zu weichen, oft mit Schaden, aber der eigentliche Verursacher ist dann meist schon weg.
    Ich plädiere, Gerät Beschlagnahmen, 3 Punkte in Flensburg und eine deftige Stafe.
    Wolfgang

    • Lars G. 20. Mai 2016, 12:42

      Stimme absolut zu, die Straferhöhung von 40 auf 60 Euro löst das Problem in keinster Weise.
      Sehe immer mehr Leute(tatsächlich meist junge Frauen) die kilometerlange Strecken das Handy am Ohr halten und dabei teilweise die mittellinie kreuzen! Oder auch oft im Stop and Go die 2 Hand zum Gestikulieren verwenden.
      Ein echtes Ärgernis!

      Das Verhältnis entspricht derzeit keinesfalls der Verkehrsgefährdung. Selbst hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen sind vergleichsweise harmlos, da die Fahrer in der Regel konzentriert sind auf das Verkehrsgeschehen und in der Spur fahren.
      2Punkte und 160Euro Strafe erachte ich auch für das absolute Minimum!

  • Mustafa 14. Mai 2016, 23:18

    Hallo,

    Ich wurde heute von der polizei angehalten weil ich am steuer kurz an mein handy ran gegangen bin.
    Welche folgen zieht das auf sich und wird meine probezeit verlängert?

    • Bussgeldkatalog.de 17. Mai 2016, 9:00

      Hallo Mustafa,

      Dies kostet Sie 60 Euro und Sie bekommen einen Punkt in Flensburg. Für Ihre Probezeit bedeutet dies nichts, da es sich hier um einen B-Verstoß handelt. Handeln Sie sich jetzt allerdings noch einen weiteren B-Verstoß oder A-Verstoß ein, wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert und Sie müssen an einem Aufbauseminar teilnehmen.
      bussgeldkatalog.de

  • Annette F. 21. Mai 2016, 21:58

    bin heute mit den Handy in der Hand am Steuer geblitzt worden. Es war aus!
    Das interessante daran ist, es ist ein Smartphon an dem alle Funktionen gesperrt sind, weil es im Job zur Kundenbefragung benutzt wird. Es ist auch nach weiß bar wann ich die letzte Kundenbefragung gemacht habe. das geht auch nur stehe ich der Person gegenüber.
    Meine Strafe?

    • Bussgeldkatalog.de 23. Mai 2016, 8:28

      Hallo Annette,

      dennoch haben Sie die reguläre Strafe zu zahlen. Wenden Sie sich für eine weitere Beratung an einen Anwalt.

      bussgeldkatalog.de

  • Ben D. 26. Mai 2016, 15:21

    Hallo,

    Ich wurde bereits zum zweiten mal innerhalb eines halben Jahres mit dem Handy am Ateuer erwischt. Wie wahrscheinlich ist es das ein Fahrverbot auf mich zukommt? Ansonsten habe ich keine Gespeicherten Vergehen oder Punkte in Flensburg. Greift die Behörde in der Regel beim zweiten mal schon mit einem Fahrverbot durch?

    • Bussgeldkatalog.de 30. Mai 2016, 9:07

      Hallo Ben,

      in der Regel ist mit keinem Fahrverbot zu rechnen. Die Behörde kann allerdings im Einzelfall Sanktionen verhängen.

      bussgeldkatalog.de

  • Celine 29. Mai 2016, 12:42

    Hallo,

    Ich bin jetzt einmal mit Handy geblitzt worden und 6 kmh zu schnell – am nächste Tag erwischten sich mich mit Abzug von Toleranz 21kmh außerorts – für jedes bekomme ich ja einen Punkt aber muss ich auch den Führerschein abgeben?

    • Bussgeldkatalog.de 30. Mai 2016, 8:58

      Hallo Celine,

      In der Regel ist in diesem Fall nicht mit einem Fahrverbot zu rechnen.

      bussgeldkatalog.de

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