Handy am Steuer während der Probezeit: Konsequenzen?

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Im Auto telefonieren in der Probezeit

Das Handy am Steuer in der Probezeit hat nicht nur ein Bußgeld und einen Punkt zur Folge.

Das Handy am Steuer in der Probezeit hat nicht nur ein Bußgeld und einen Punkt zur Folge.

Führerscheinneulinge müssen in Deutschland nach der bestandenen Fahrprüfung eine zweijährige Probezeit absolvieren. In diesem Zeitraum gelten spezielle Regeln.

Ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) kann dadurch unter Umständen weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen als bei einem Fahrer, der die Probezeit bereits hinter sich gebracht hat.

Welche Sanktionen können für das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt verhängt werden? Müssen Autofahrer in der Probezeit für das Handy am Steuer mit weiteren Folgen rechnen? Die Antworten darauf finden Sie in diesem Ratgeber.


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Sanktionen für die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt

Gemäß § 23 Absatz 1a StVO ist das Telefonieren beim Autofahren verboten:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.

Kfz-Führer, die dennoch während der Fahrt das Mobiltelefon benutzen, riskieren laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 100 Euro. Außerdem kommt noch ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg hinzu. Kommt es zu einer Gefährdung oder Sachbeschädigung steigen die Bußgelder. Zusätzlich werden zwei Punkte und ein Fahrverbot verhängt.

Wichtig! Nicht nur das Telefonieren mit dem Mobiltelefon beim Autofahren ist verboten. Das gilt z. B. auch für das Lesen und Schreiben von SMS am Steuer.

Hat das Handy am Steuer in der Probezeit besondere Folgen?

Mehrmaliges Telefonieren am Steuer während der Probezeit kann zu ihrer Verlängerung führen.

Telefonieren am Steuer während der Probezeit führt zur Verlängerung dieser um zwei Jahre.

Für das Telefonieren am Steuer in der Probezeit hat der betroffene Führerscheinneuling zunächst dieselben Sanktionen zu erwarten wie andere Fahrer auch. Er muss das Bußgeld bezahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Doch das ist in seinem Fall noch nicht alles, wenn er das Handy am Steuer in der Probezeit nutzt.

Denn während dieser Zeit werden Verkehrsverstöße in zwei Kategorien eingeteilt: A- und B-Verstöße. Begeht ein Verkehrsteilnehmer einen A-Verstoß, verlängert sich die Probezeit um weitere zwei Jahre. Darüber hinaus ist er verpflichtet, an einem Aufbauseminar für Fahranfänger teilzunehmen.

Ein B-Verstoß hingegen hat noch keine Konsequenzen, aber zwei davon werden wie ein A-Verstoß gewertet. Kommt es also zwei Mal vor, dass jemand in der Probezeit ertappt wird, wäre demnach ebenso eine Verlängerung der Probezeit und ein Aufbauseminar zu absolvieren.

Ein Handy am Steuer in der Probezeit gilt als ein A-Verstoß. Das bedeutet, dass auf den Fahranfänger Sanktionen zukommen. Die Probezeit verlängert sich um weitere zwei Jahre.

Welche Konsequenzen sind in der verlängerten Probezeit für das Handy am Steuer zu erwarten?

Was passiert nun, sollte ein Führerscheinneuling aufgrund seiner Verkehrsdelikte eine Verlängerung der Probezeit hinnehmen müssen und in den zusätzlichen zwei Jahren mit dem Handy am Steuer erwischt werden? Auch hier gilt, dass das Bußgeld zu zahlen ist und der Punkt auf dem Flensburger Punktekonto landet.

Ein einzelner B-Verstoß in der verlängerten Probezeit hat, wie auch in der regulären Probezeit, noch keine Folgen. Aber beim zweiten B-Verstoß erhält der Verkehrssünder eine Verwarnung. Außerdem wird ihm empfohlen, an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.

Kommen noch zwei weitere B-Verstöße während der Verlängerung der Probezeit hinzu, begeht also ein Fahrer insgesamt vier dieser Verstöße, folgt der Entzug der Fahrerlaubnis und das Auto muss stehenbleiben.
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{ 6 Kommentare… add one }
  • Neumann.P. 6. Mai 2018, 7:59

    Hallo,
    unser Sohn besitzt den Führerschein seit knapp über einem Jahr. Dez.2016
    Nun ist er von der Polizei dabei ertappt worden wie er während der Fahrt das Handy hielt (um einen Titel weiterzuklicken)
    Es war das Erste mal!!!
    Er bekam den Bußgeldbescheid 1Pkt+100,-
    Nun bekam er eine Anhörung zur Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar und Verlängerung der Probezeit.
    Verstehen kann ich das nicht, da ich mit unserer Bußgeldstelle telefonierte, die mir sagte beim 1.Verstoß hätten wir bis auf Strafe 100.- und 1Punkt nichts zu befürchten.

    Was können Sie mir raten?

    MfG
    Neumann

    • bussgeldkatalog.de 7. Mai 2018, 10:05

      Hallo Neumann,
      der Tatbestand “Handy am Steuer” wird in der Probezeit als A-Verstoß gewertet. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog auch die Teilnahme an einem Aufbauseminar sowie die Verlängerung der Probezeit auf insgesamt vier Jahre folgt.

      Ihr Team von bussgeldkatalog.de

  • Ayberk 11. Juni 2018, 16:31

    Hallo,
    ich musste bereits an einem Aufbauseminar teilnehmen. Nun wurde ich heute aber mit dem Handy am Steuer erwischt. Muss ich erneut ein Aufbauseminar absolvieren oder droht mir sogar das MPU?

    • bussgeldkatalog.de 14. Juni 2018, 10:38

      Hallo Ayberk,

      neben den üblichen Strafen für das Handy am Steuer (100 Euro und ein Punkt in Flensburg), müssen Sie mit einer schriftlichen Verwarnung rechnen, sowie mit der Empfehlung, an einer freiwilligen verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.

      Ihr Team von bussgeldkatalog.de

  • Jaro 17. Juni 2018, 15:12

    Lohnt es sich Erfahrungsgemäß Einspruch zu erheben, wenn es, von der Aussage vom Beamten abgesehen, keine weiteren Beweise dafür gibt, dass ich mein Handy in der Hand gehalten haben soll?

    • bussgeldkatalog.de 18. Juni 2018, 9:32

      Hallo Jaro,
      wir können dazu keine pauschale Einschätzung geben. Wenden Sie sich ggf. an einen Anwalt.

      Ihr Team von bussgeldkatalog.de

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