Fahrverbot

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Übersicht zu speziellen Themen rund ums Fahrverbot:

Viele Autofahrer wollen das Fahrverbot umgehen

Das Fahrverbot umgehen und den Führerschein behalten - unter gewissen Umständen klappt es

Das Fahrverbot umgehen und den Führerschein behalten – unter gewissen Umständen klappt es

Wenn die zuständige Behörde – in der Regel die Führerscheinzulassungsstelle – einen Führerscheininhaber dazu auffordert, ein Fahrverbot anzutreten und seine Fahrerlaubnis eine bestimmte Zeitspanne abzugeben, dann ist es in der Regel schon zu spät. Für den Betroffenen ist es nicht mehr möglich, das Fahrverbot abzuwenden, und er muss eine Weile auf seinen Führerschein verzichten. Um das Fahrverbot zu umgehen, sollten Betroffene deswegen bereits beim Erhalt vom Bußgeldbescheid die entsprechenden Maßnahmen treffen. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Punkte, Fahrverbot, Bußgelder

In der Regel wird ein Fahrverbot bei gravierenden Verstößen gegen die StVO verhängt, beispielsweise bei diesen Vergehen:

  • Eine Überschreitung der 0,5 Promille-Grenze im Straßenverkehr zieht immer ein Fahrverbot nach sich. Dieses kann zwischen einem und drei Monaten betragen. Dies gilt auch für Drogenfahrten (Fahrverbot ab 1 Monat bis zu drei Monaten, unter bestimmten Umständen auch dauerhaftes Fahrverbot)
  • Gravierende Geschwindigkeitsüberschreitungen bedeuten für einen PKW-Fahrer ab einer Überschreitung von 31 km/h innerorts ein Fahrverbot. Für LKW-Fahrer gelten hier andere Regeln. Während es zunächst bei einem Fahrverbot von 1 Monat bleibt, kann dies je nach gefahrener Geschwindigkeit noch steigen. Was viele Autofahrer nicht wissen: Eine wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitung zieht das sogenannte „Fahrverbot Geschwindigkeit“ nach sich – wer zweimal in einem Jahr mehr als 26 km/h über dem Geschwindigkeitslimit war, erhält 1 Monat Fahrverbot. Ein Fahrverbot nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung kann bis zu drei Monate lang sein.
  • Ein bekanntes Beispiel für Vergehen, die laut Bußgeldkatalog mit einem Fahrverbot sanktioniert werden, sind auch Rotlichtverstöße – 1 Monat Fahrverbot gibt es hier mindestens.

Beachten Sie, dass zum Fahrverbot immer auch Punkte und Bußgelder kommen. Detaillierte Informationen zur Länge der Fahrverbote und zur Höhe vom Bußgeld finden Sie im Bußgeldkatalog und in unserem Bußgeldrechner.

Ab wie viel Punkten gibt es ein Fahrverbot?

Ein dauerhaftes Fahrverbot erhalten Führerscheininhaber, die auf ihrem Konto in Flensburg acht Punkte gesammelt haben. Sie dürfen keine Fahrzeuge mehr führen. Sie müssen nicht nur ihren Führerschein abgeben, und die Fahrerlaubnis wird dauerhaft eingezogen; möglicherweise ist auch ein MPU-Gutachten zur Neuerteilung vom Führerschein notwendig.

Bußgeldbescheid anfechten, Fahrverbot umgehen

Fahrverbot! Was nun?

Fahrverbot! Was nun?

Bereits mit dem Erhalt vom Bußgeldbescheid entscheidet sich, ob ein Autofahrer noch einmal das Fahrverbot umgehen kann, oder ob ihm dies nicht vergönnt ist. Ist der Bußgeldbescheid fehlerhaft – z.B. weil bei der Geschwindigkeitsmessung ein Messfehler vorlag oder aber auf dem Beweisfoto eines Ampelblitzers niemand eindeutig zu erkennen ist – können Betroffene Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen, denn das Verkehrsrecht sieht vor, dass auch eine Verkehrsordnungswidrigkeit eindeutig und zweifelsfrei einem Fahrer nachgewiesen werden muss, da ansonsten die Sanktionen in Deutschland keine Rechtskraft erhalten sollten. Die Entscheidung dazu fällen die Richter in der Gerichtsverhandlung am Ende eines Bußgeldverfahrens.

Fahrverbot & Punkte kommen nie allein

Sie können also das Fahrverbot umgehen, wenn beispielsweise ein Gutachter Ihnen einen höheren Abzug der Toleranz bei der Geschwindigkeitsmessung bescheinigt. Nebenbei reduzieren Sie in einem solchen Fall natürlich auch Bußgeld und Punkte. Ermitteln Sie bereits vor dem Erhalt vom Bußgeldbescheid mit Hilfe von Bußgeldtabelle und Bußgeldrechner die Höhe der Sanktionen und überlegen Sie sich, ob Sie gegen diese vorgehen wollen.

Fahrverbot bei Alkohol

Ein Fahrverbot wegen Alkohol gibt es aufgrund einer Überschreitung der 0,5 Promille-Grenze (oder bei auffälliger Fahrweise nach Alkoholkonsum auch bereits bei 0,3 Promille). Ob es in diesem Fall möglich ist, das Fahrverbot zu umgehen, hängt natürlich vom Einzelfall ab. Da Alkohol am Steuer jedoch mit einer massiven Gefährdung der Verkehrssicherheit einhergeht, sind die Richter nicht unbedingt gewillt, hier Fahrverbote abzuwenden – besonders wenn sogar bereits ein 3-Monate-Fahrverbot aufgrund eines schweren Verstoßes gegen StVO angeordnet wurde.

Es ist aber möglicherweise möglich, ein Fahrverbot bei Alkohol in einer Geldstrafe umzuwandeln. Dies kann für diejenigen Betroffenen sinnvoll sein, die aufgrund der Entziehung der Fahrerlaubnis ihren Job verlieren würden. Möchten Sie ein Fahrverbot umwandeln (in eine hohe Geldstrafe), so wenden Sie sich rechtzeitig an einen erfahrenen Rechtsanwalt, oder legen Sie innerhalb der Einspruchsfrist Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ein.

Fahren trotz Fahrverbot

Haben Sie den Führerschein für den Zeitraum des Fahrverbots in der Behörde hinterlegt, so ist das Autofahren in diesem Zeitraum natürlich tabu. Andernfalls würde Ihnen bei einer Verkehrskontrolle die Straftat „Fahren ohne Führerschein“ vorgeworfen werden. Die Sanktionen hierfür: Fahren trotz Fahrverbot kann ein Freiheitsstrafe mit der Dauer von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe nach sich ziehen.

Fahrverbot verschieben

Ein Fahrverbot lässt sich manchmal verschieben

Ein Fahrverbot lässt sich manchmal verschieben

Die Frage „Fahrverbot – wann antreten?“ besprechen Sie am besten mit ihrer örtlichen Führerscheinzulassungsstelle. Meistens dürfen die Betroffenen den „Antrittstermin“ auch selbst mitbestimmen. Das Fahrverbot „aufteilen“ ist jedoch in Deutschland nicht möglich, dies würde der Behörde zuviel bürokratischen Aufwand kosten. Möglicherweise kann das Fahrverbot im Urlaub besser verkraftet werden. Bei dieser Gelegenheit sei jedoch darauf verwiesen, dass Fahren trotz Fahrverbot auch im Ausland nicht gestattet ist! Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist auch im EU-Ausland wirksam, denn die Behörden kooperieren hier untereinander.

Kann man sich aus dem Fahrverbot freikaufen?

Nein; ein Fahrverbot wird nur dann erlassen, wenn erfolgreich gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch eingelegt werden konnte. Ist ein Fahrverbot existenzbedrohend, so ist die Umwandlung des Fahrverbots in eine Geldstrafe unter Umständen möglich – auch dies entscheidet ein Richter nach Sichtung des individuellen Falles. Eine Geldstrafe statt eines Fahrverbots kann dann verordnet werden, wenn sich der Betroffene vor Gericht auf das sogenannte „Augenblicksversagen“ beruft – dies ist der Fall, wenn ein ansonsten korrektes Fahrverhalten ausnahmsweise für einen kurzen Moment durch Nachlässigkeit unterbrochen wurde.

Bei Epilepsie: Fahrverbot?

Epileptiker haben manchmal völlig unvorhergesehene Anfälle, die sie komplett außer Gefecht setzen. Das ist im Straßenverkehr verhängnisvoll – man stelle sich nur vor, was ein solcher Anfall bei Tempo 100 auf der Autobahn für verheerende Folgen haben dürfte! Deswegen hat ein epileptischer Anfall Auswirkungen auf den Führerschein. Nach einem epileptischen Anfall wird ein ärztliches Fahrverbot verhängt. Epileptiker sollten sich von Ihrem Arzt diesbezüglich beraten lassen. Nach einer Einstellung ihrer Medikamente kann dieses ärztliche Fahrverbot wieder aufgehoben werden. Ähnliches gilt auch für Fahrverbote nach einem Schlaganfall.

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Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
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{ 6 Kommentare… add one }
  • Margot M.-B. 6. Juli 2016, 9:06

    Meine Schwiegertochter hat nach 14 stündiger Arbeit in einem Altenheim aus Frust Alkohol getrunken und ist gegen 1 Uhr nachts noch an die Tankstelle für Zigaretten, auf dem Weg dorthin ist die Kupplung des Autos kaputt gegangen und sie hat mit dem Fuß auf die Reifen getreten und geschimpft, worauf die Nachbarn die Polizei riefen. Die haben sie gleich in Handschellen abgeführt auf die Wache. Dort wurde mit dem Blasgerät der Alkoholspiegel gemessen ( 0,529) nach 1 1/2 Stunden (immer noch in Handschellen, Besuch auf die Toilette vom Polizisten verweigert) wurde ein Arzt hinzu gezogen, angebliche jetzige Alkoholkonzentration 2,01 Prom. Wie kann das sein, jetzt sollte sie wegen Unterschrift für das Protokoll zur Pol.. Dort nahm ihr derselbe Polizist, der am Tatabend sie in Handschellen gelegt hat mit den Worten, „ich muß nochmal den Führerschein sehen “ diesen ab und sagte, so jetzt gibt es DEN erst wieder in 1 Jahr. Ist klat, wegen des Alkohols hat sie eine Strafe verdient, keine Frage, sie trinkt ja sonst niemals, aber getan ist getan. Sie ist Altenpflegerin in einem Heim 6km entfernt ohne Bahnhof und Bus,jetzt muß sie täglich mittags Arbeitsanfang und nachts 21 Uhr Arbeitsende nach Hause gehen. Mitfahrmöglichkeiten sind keine gegeben. Was oder kann sie überhaupt was machen um wenigstens zur ‚Arbeit zu kommen. Mein Sohn hat keinen Autoführerschein, weil er sagt, die 500 m zu seiner Arbeitsstelle braucht er keinen und 1 Auto genügt. Mit freundlichen Grüßen Schwiegermutter Margot M.-B.

    • Bussgeldkatalog.de 11. Juli 2016, 9:08

      Hallo Margot,

      lassen Sie sich hierzu von einem Anwalt beraten.

      bussgeldkatalog.de

  • Christian 25. November 2016, 16:22

    Ich wurde gerade das 3 x eines Jahres geblitzt mit unter 20kmh. 1 x musste ich 15 und 1 x 25€ zahlen. Droht Fahrverbot oder Entzug? Vielen Dank für eine Antwort. LG Chris

    • bussgeldkatalog.de 28. November 2016, 9:54

      Hallo Christian,

      in der Regel müssten Sie nicht mit weiteren Konsequenzen rechnen. Die Wiederholungstäter-Regel greift erst ab Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 25 km/h. Allerdings kann die zuständige Behörde auch bei mehrfach auftretenden, geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen im Einzelfall weitere Sanktionen anordnen.

      bussgeldkatalog.de

  • Anja 27. Januar 2017, 16:45

    Ich fuhr auf der mittleren Spur auf eine Kreuzung zu, vor mir ein Fahrschulwagen. Fa ich rechts abbiegen wollte fuhr ich rechts an dem Fahrschulwagen vorbei. Etwas bevor die eigentliche Abbiegespur begann. Wurde von der Fahrlehrerin mit dem Handy fotografiert. Sollte die mich wegen vorherig geschilderten Anzeigen, was wäre meine zu erwartende Strafe?

    • bussgeldkatalog.de 6. Februar 2017, 11:33

      Hallo Anja,

      Sie haben sich in diesem Fall nichts zu schulden kommen lassen und den rechten Fahrstreifen gewählt, weil Sie rechts abbiegen wollten. Sollte dennoch ein Bußgeldbescheid folgen, können Sie innerhalb von 14 Tagen Einspruch gegen diesen einlegen.

      bussgeldkatalog.de

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