Bußgeldkatalog – Führerschein und Fahrerlaubnis

Bußgelder bei Führerschein und Fahrerlaubnis

VerstoßBußgeld
Führerschein nicht mitgeführt10 €
Verlust des Führerscheins nicht gemeldet und kein Ersatzdokument beantragt10 €
Nach Ausstellung eines neuen Führerschein, wurde der alte nach Wiederfinen nicht abgegeben25 €
Führerschein nach Entziehung der Fahrerlaubnis nicht unverzüglich abgegeben25 €
Führerschein wurde nicht zur Eintragung von Auflagen oder Beschränkungen bei der Behörde abgegeben25 €
Kein Führerschein zur Fahrgastbeförderung mitgeführt10 €
Kein Führerschein zu Fahrgastbeförderung auf Verlangen ausgehändigt10 €
Führerschein zur Fahrgastbeförderung wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis nicht abgegeben25 €
allgemeiner Führerschein wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderng nicht abgegeben25 €

Der Unterschied zwischen Führerschein und Fahrerlaubnis

Ein Führerschein für die gesamte EU.

Ein Führerschein für die gesamte EU.

In Deutschland sind zum Fahren eines Fahrzeugs ein Führerschein und eine aktuelle Fahrerlaubnis nötig. Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Bußgeldern und im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe rechnen.

Autofahren ohne Führerschein bzw. ohne gültige Fahrerlaubnis wird als Straftat geahndet. Gleiches gilt für das Fahren von anderen Fahrzeugklassen, wofür eine gültige Fahrerlaubnis nötig ist, wie zum Beispiel bei Motorrädern.

Um den Unterschied zwischen den Begriffen „Führerschein“ und „Fahrerlaubnis“ zu verstehen, hilft ein Blick in den Paragraph 2 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG).

Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Erlaubnis (Fahrerlaubnis) der zuständigen Behörde (Fahrerlaubnisbehörde). […] Sie ist durch eine amtliche Bescheinigung (Führerschein) nachzuweisen. (Quelle: § 2 Abs. 1 StVG)


Um ein Fahrzeug zu führen, brauch es also eine Fahrerlaubnis. Der Führerschein, als amtliche Bescheinigung weißt diese Erlaubnis nach. Auf dem Führerschein ist darüber hinaus eingetragen, für welche Klassen der Besitzer eine Fahrerlaubnis hat, also eine erfolgreiche Führerscheinprüfung abgelegt hat.

Weiter unterscheidet das StVG zwischen zwei Strafen, die mit dem Führerschein und der Fahrerlaubnis in Zusammenhang stehen:

  • Fahrverbot und
  • Entzug der Fahrerlaubnis
Wird ein Fahrverbot ausgesprochen, wird der Führerschein für einen bestimmten Zeitraum in amtliche Verwahrung genommen. In diesem Zeitraum darf dann kein Fahrzeug bedient werden.

Der Entzug der Fahrerlaubnis bedeutet, dass die Genehmigung ein Fahrzeug führen zu dürfen komplett erlischt. Nach einer Sperrfrist muss dann eine neue Fahrerlaubnis eingeholt werden. Es muss also ein neuer Führerschein beantragt werden. Ob Sie dafür die Fahrschule nochmals besuchen müssen, entscheidet die Behörde.

Sowohl das Fahren ohne Führerschein (während des Fahrverbots), wie auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat!

EU-Führerschein und internationaler Führerschein

Der EU-Führerschein wurde im Jahr 1986 eingeführt, damals noch rosafarben. Darüber hinaus wurde europaweit die Probezeit eingeführt.

Am 19. Januar 2013 änderten sich die EU-Richtlinien erneut. Der Führerschein ist nun nur noch 15 Jahre lang gültig und muss dann umgetauscht werden. Dies soll der Dokumentenfälschung entgegen wirken, denn immer wieder ziehen die Behörden gefälschte Führerscheine aus dem Verkehr.

Die Fahrerlaubnis bleibt aber bestehen, lediglich das Dokument muss getauscht werden.

Seit dem Januar 2013 sieht der EU-Führerschein nun auch in allen EU-Mitgliedsstaaten gleich aus.

Neuer Führerschein/EU-Führerschein:
Am 19. Januar 2013 wurde EU-weit ein neuer Führerschein eingeführt. Er berechtigt dazu, in den Ländern der EU zu fahren.

Vorläufiger Führerschein:
Dies ist ein Ersatzführerschein, welchen Sie von der Behörde ausgestellt bekommen, wenn Ihr Führerschein verloren gegangen ist oder gestohlen wurde. Diesen müssen Sie sofort nach dem Verlust beantragen, ansonsten begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kostet ein Verwarngeld von 10 Euro.

Internationaler Führerschein:
Den internationalen Führerschein benötigen Sie, wenn Sie nicht in der Europäischen Union (EU) bzw. dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) fahren wollen. Planen Sie also eine USA-Reise und möchten dort ein Fahrzeug fahren, benötigen Sie diesen Führerschein.

Ein internationaler Führerschein ist in der Regel drei Jahre gültig und muss dann erneut beantragt werden, da er nicht verlängert werden kann.

Führerschein und Fahrerlaubnis: Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Um einen Führerschein zu bekommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, auf die nun im Folgenden eingegangen wird.

Zum einen muss der Antragsteller einen ordentlichen Wohnsitz in Deutschland nachweisen. Darüber hinaus muss das erforderliche Mindestalter für die entsprechende Klasse erreicht worden sein.

Nachdem bei der Behörde der Antrag zu Erteilung einer Fahrerlaubnis eingegangen ist, wird eine Prüfung vorgenommen. Die Behörde prüft nun, ob der Antragsteller geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Sollten Sie beispielsweise im Vorfeld mit Drogen oder Alkohol am Steuer erwischt worden sein, müssen Sie eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren. Vor der theoretischen und praktischen Prüfung muss ein Sehtest und ein Kurs über lebensrettende Sofortmaßnahme absolviert werden.

Bei dem Sehtest für den Führerschein wird Ihre Sehleistung geprüft. Diese muss mindestens 70 Prozent betragen. Eine Brille oder Kontaktlinsen dürfen dabei getragen werden.

Übrigens: Nach einer Namensänderung ist es nicht nötig einen neuen Führerschein zu beantragen. Nach einer Hochzeit oder Scheidung muss auf dem Führerschein die Namensänderung nicht vorgenommen werden.

Mit einem ausländischen Führerschein in Deutschland fahren?

Mit dem Motorrad oder Auto im Ausland unterwegs? Hier erfahren Sie in welchen Ländern sie einen internationalen Führerschein benötigen.

Mit dem Motorrad oder Auto im Ausland unterwegs? Hier erfahren Sie in welchen Ländern sie einen internationalen Führerschein benötigen.

Grundsätzlich gilt, wer einen gültigen EU- bzw. EWR-Führerschein besitzt, darf auch die entsprechenden Klassen in Deutschland fahren. Die hiesigen Straßenverkehrsregeln sollten natürlich bekannt sein. Diese Führerscheine müssen nicht in ein deutsches Dokument umgeschrieben werden.

Besitzen Sie einen internationalen Führerschein ist auch hier keine Umschreibung nötig. Dies ist nur bei nationalen Führerscheinen nötig, wenn der Führerschein nicht in einem EU- bzw. EWR-Mitgliedsstaat ausgestellt wurde. Sollte der Inhalt des Führerscheins nicht auf Deutsch verfasst sein oder der Führerschein nicht mit dem Wiener Übereinkommen übereinstimmt, brauchen Sie ebenfalls eine Übersetzung.

Das Wiener Übereinkommen vom 8. November 1986 standardisierte die allgemeingültigen Straßenverkehrsregeln. Bei folgenden Staaten verzichten die hiesigen Behörden daher auf eine Übersetzung:

  • Neuseeland
  • Andorra
  • Hongkong
  • Monaco
  • Schweiz
  • Senegal
  • San Marino
Benötigen Sie eine deutschsprachige Übersetzung Ihres Führerscheins, können Sie bei einem deutschen oder international anerkannten Automobilclub im Ausstellerland des Führerscheins vorsprechen. Auch die Übersetzung eines vereidigten Übersetzers oder einer amtlichen Stelle des Ausstellerlandes sind allgemein anerkannt.

Umschreibung des ausländischen in einen deutschen Führerschein

Möchten Sie sich länger als sechs Monate in Deutschland aufhalten und in dieser Zeit beispielsweise Auto oder Motorrad fahren, dann müssen Sie in der Regel eine theoretische und praktische Prüfung in Deutschland ablegen.

Welche Prüfung genau Sie ablegen müssen, hängt von dem Land ab, in welchem Sie Ihren Führerschein erworben haben. Haben Sie eine Prüfung gemäß den deutschen Standards absolviert, müssen Sie nur eine, möglicherweise aber auch gar keine Prüfung mehr ablegen. Es gibt allerdings auch Länder, mit denen die Bundesrepublik Deutschland kein Abkommen hat. Hier fallen dann eine theoretische und eine praktische Prüfung an. Für welche Länder Abkommen existieren und für welche nicht, erfahren Sie beispielsweise beim ADAC.

Die Probezeit vom Führerschein

Erfolgreich die Prüfung für die Auto-Klasse bestanden? Nun folgt eine 2-jährige Probezeit.

Erfolgreich die Prüfung für die Auto-Klasse bestanden? Nun folgt eine 2-jährige Probezeit.

Ist die Führerscheinprüfung bestanden, folgt eine zweijährige Probezeit.
Sollten Sie schwerwiegende Verstöße begehen, wird die Probezeit verlängert. Um insgesamt vier Jahre verlängert sich die Probezeit, wenn Sie einen A- und zwei B-Verstöße begehen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Text über die Probezeit.

Fahren oder Fahrerlaubnis: Welche Strafen erwarten Sie?

Das Fahren ohne Führerschein, wenn Sie den Führerschein also nicht bei sich tragen, zieht ein Verwarngeld von 10 Euro nach sich. Dies ist deutlich zu dem Fahren ohne Fahrerlaubnis zu unterscheiden, denn damit begehen Sie eine Straftat.
Dies kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden. Begehen Sie die Tat fahrlässig oder wurde der Führerschein beschlagnahmt, kann die Strafe auf ein halbes Jahr Freiheitsstrafe oder bis zu 180 Tagessätzen reduziert werden.

Bestraft wird auch, wer sein Fahrzeug vorsätzlich oder fahrlässig an jemanden ohne Fahrerlaubnis verleiht und mit seinem Fahrzeug fahren lässt.

Auch ein gefälschter Führerschein fällt unter den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Zusätzlich kommt noch die Urkundenfälschung hinzu.

Ausländischer EU-Führerschein ohne MPU in Deutschland

Delikte, wie Alkoholfahrten oder Drogen am Steuer, können zu einer Entziehung der Fahrerlaubnis führen. Um den Führerschein dann wieder zu erlangen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder die erfolgreiche Teilnahme an einer MPU, 15 Jahre warten oder eben den Führerschein in einem anderen Land zu absolvieren.

Doch Vorsicht: letzteres ist nicht immer legal! Der Europäische Gerichtshof hat dazu entschieden, dass derjenige, der einen EU-Führerschein ohne eine MPU im Ausland macht, in Deutschland nicht der Sperrfrist unterliegen darf.

Der EU-Führerschein und der internationale Führerschein im Ausland

Die EU-Führerscheinrichtlinie besagt, dass in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie den EWR-Staaten der deutsche Führerschein anerkannt werden muss. Dies gilt bereits seit 1991 und bezieht sich auch auf die alten Führerscheine.

Um außerhalb der EU zu fahren, benötigen Sie einen internationalen Führerschein, welchen Sie bei einem Bürgeramt beantragen können. Dieser Führerschein darf allerdings nicht in Deutschland als alleiniger Führerschein genutzt werden. Der internationale Führerschein belegt nur, dass ein nationaler Führerschein existiert.

Also muss innerhalb Deutschlands der EU-Führerschein mitgeführt werden. Sollte Ihnen der Führerschein oder gar die Fahrerlaubnis entzogen werden, ist auch der internationale Führerschein nicht mehr gültig.

Um den internationalen Führerschein zu beantragen, benötigen Sie Ihren EU-Führerschein. Sollten Sie noch einen älteren Führerschein besitzen, müssen Sie zu diesem Zeitpunkt auch den Kartenführerschein beantragen.

Darüber hinaus benötigen Sie ein biometrisches Passbild und Ihren Personalausweis oder Reisepass. Die Kosten für eine Beantragung des internationalen Führerscheins liegen bei etwa 15 Euro.

Es empfiehlt sich, sich vor der Beantragung bei der Behörde zu erkundigen, welche Unterlagen Sie benötigen. Dies kann von Region zu Region unterschiedlich sein.

Der nachfolgenden Tabelle können Sie entnehmen, in welchem Land bzw. Kontinenten der deutsche Führerschein ausreicht und wo Sie einen internationalen Führerschein benötigen.

Land bzw. Kontinentdeutscher Führerschein ausreichendinternationaler Führerschein zusätzlich nötigsonstiges
EU-Länderjanein
EWR-Länderjanein
Bosnien-Herzegowinajanein
Kroatienjanein
Moldawienneinempfohlen
Russlandneinempfohlen
Schweizjanein
Türkeijanein
Ukraineneinempfohlen
Weißrusslandneinempfohlen
USA/Kanadain manchen Bundesstaaten geduldetempfohlen
Bolivienneinjamuss vor Ort von zuständiger Behörde gestempelt werden
Brasilienneinjawer länger vor Ort bleibt, braucht einen Führerschein, welcher hier ausgestellt wurde
Argentinien, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Peroneinja
Australiengeduldetempfohlen
Neuseelandja (eventuell Übersetzung), aber...wenn Aufenthalt länger als 12 Monate
Chinajain manchen Regionen extra Fahrprüfung
Indonesienjanur in Bali selbst fahren, sonst Chauffeur mieten
Japanbeglaubigte Übersetzung von deutscher Botschaft in Tokio
Katarneinja (nur 7 Tage gültig)danach "Temporary Visitor's Driving Licence"
Saudi-ArabienneinjaFrauen dürfen kein Autofahren!
Vereinigte Arabische Emirateneinjaum dann "Temporary Visitor's Driving Licence" zu beantragen, Mindestfahralter: 21
Bahrain, Irak, Israel, Malaysia, Oman, Thailandneinja
Kenianeinja3 Monate gültig. Anmeldung des Führerscheins bei der Polizei
Ägypten, Algerien, Marokko, Mauritius, Südafrika, Tunesienneinja

(Quelle: Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Berlin, Angaben ohne Gewähr)

Wer häufig im Ausland unterwegs ist und dort fahren möchte, sollte einen internationalen Führerschein beantragen, um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Sollten Sie einmal in einem Land in eine Kontrolle geraten und ein Bußgeld bezahlen müssen, zahlen Sie das von Ihnen verlangte Bußgeld. Im Nachhinein können Sie mit Hilfe eines Anwalts die Zahlung zurück fordern, sofern diese nicht gerechtfertigt war. Dazu müssen Sie allerdings den ausgestellten Strafzettel parat haben. Aus diesem muss der bezahlte Betrag und der Zahlungsgrund hervor gehen.

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