Was sagt die StVO zum Fahrrad?

Bußgelder – Falsche Straßenbenutzung mit dem Fahrrad

VerstoßBußgeld (€)
Ausgeschilderten Radweg nicht benutzt20.-
... mit Behinderung25.-
... mit Gefährdung30.-
... mit Unfallfolge35.-
Den Radweg in falscher Fahrtrichtung gefahren20.-
... mit Gefährdung25.-
... mit Unfallfolge30.-
Unerlaubt auf dem Gehweg oder in der Fußgängerzone gefahren15.-
... mit Behinderung20.-
... mit Gefährdung25.-
... mit Unfallfolge30.-

Welche Verkehrsregeln fürs Fahrrad?

Auch auf dem Fahrrad gilt die StVO.

Auch auf dem Fahrrad gilt die StVO.

Als Verkehrsteilnehmer müssen sich auch Radfahrer an bestimmte Regelungen halten. Das Verkehrsrecht soll verkehrserziehend wirken und alle Fahrer dazu bringen, sich angemessen und rücksichtsvoll zu bewegen.

Ein Fehlverhalten wird bestraft – durch Bußgelder, Punkte in Flensburg oder gar durch Fahrverbot und Entzug des Führerscheins!

So gelten auch beim Fahren mit dem Fahrrad Regeln im Verkehr, deren Missachtungen zu Ahndungen führen.

Ist es erlaubt, freihändig Fahrrad zu fahren? Und was passiert bei Verstößen mit dem Fahrrad laut Straßenverkehrsordnung? Folgender Artikel erläutert, welche Regeln für Fahrrad auf der Straße gelten und welche Strafen laut Bußgeldkatalog 2017 drohen.

Das sind die Verkehrsregeln für Radfahrer laut StVO

Fürs Fahrrad gelten gesonderte Regeln.

Fürs Fahrrad gelten gesonderte Regeln.

In der Straßenlandschaft befinden sich Verkehrszeichen nur fürs Fahrrad. Verkehrsregeln werden auf diesem Wege für die Radfahrer sichtbar.

Doch die Zeichen dienen nicht nur der Orientierung der Fahrradfahrer – oft handelt es sich um Gebote: verbindliche Regeln für Radfahrer.

Fahrradfahrer müssen Radwege benutzen, wenn diese als solche ausgeschildert sind. Fahren sie trotz Zeichen auf der Kfz-Fahrbahn, drohen Bußgelder ab 20 Euro!

Die Kennzeichnung als Fahrradwege erfolgt durch entsprechende Verkehrsschilder. Ein Rad (weiß) vor blauem Grund ist stilisiert auf diesen zu sehen – manchmal auch in Kombination mit Fußgängerzeichen (Zeichen 237, 240 oder 241).

Manchmal sind die Wege nicht durch ein Verkehrsschild fürs Fahrrad ausgewiesen, sondern durch Piktogramme am Boden oder sie sind ganz unbeschildert. In diesem Fall besteht für Sie als Radfahrer keine Pflicht gemäß StVO, auf dem Weg zu fahren – es handelt sicher also eher um eine Empfehlung.

Die StVO bestimmt zwar das Gebot, Radwege zu benutzen sofern diese gekennzeichnet sind – allerdings ist dies nicht gültig, wenn der Weg zugeparkt, kaputt oder anderweitig versperrt ist. Zudem müssen Radfahrer auch auf Radwegen möglichst rechts fahren – sind mehrere Fahrspuren aufgezeichnet, ist die rechte Fahrbahn zu wählen.

Radfahren auf dem Gehweg: Ist das erlaubt?

Viele Radler fühlen sich auf der Straße unsicher, da sie sich in unmittelbarer Nähe von Pkw und Lkw bewegen müssen. Sind keine Radwege vorhanden, weichen sie gerne auf den Fußgängerweg aus. Dies ist in den meisten Fällen allerdings verboten: Nur Kinder dürfen mit dem Fahrrad auf den Gehweg.

Laut StVO ist das Fahrradfahren auf dem Gehweg für Kinder unter acht Jahren grundsätzlich Pflicht, wenn kein Radweg oder Seitenstreifen vorhanden ist. Für ältere Kinder, die das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist die Benutzung des Fußgängerwegs optional.

Erwachsene müssen hingegen die Fahrbahn benutzen. Zudem ist das Rechtsfahrgebot grundsätzlich zu befolgen.

Fürs Fahrradfahren auf dem Gehweg fällt ein Bußgeld zwischen 15 Euro und 30 Euro an.

Es mag zuerst widersprüchlich erscheinen: Radler sind auf der Straße für Autofahrer besser sichtbar. Ist das Fahrrad korrekt beleuchtet, kann es auf der Fahrbahn schon von weitem gesehen werden. Taucht das Rad allerdings plötzlich seitlich von einem Radweg aus auf, sind viele Autofahrer nicht darauf vorbereitet.

Falsche Straßenbenutzung: Bußgelder sind die Folge

Für Verstöße mit dem Fahrrad gibt es laut StVO Bußgelder.

Für Verstöße mit dem Fahrrad gibt es laut StVO Bußgelder.

Die Verkehrsregeln für Fahrradfahrer sind verbindlich: Bei Verstößen folgen Strafen gemäß dem Bußgeldkatalog 2017. Radler stellen einerseits eine kleinere Gefahr für den Verkehr dar, als etwa ein Auto oder Lkw. Radfahrer sind deutlich kleiner, leichter und durch die fehlende Motorisierung langsamer bzw. weniger kraftvoll.

Dennoch kann ein Fehlverhalten zu drastischen Folgen führen: Ein unvorsichtige Fahrweise mit dem Rad zwingt gefährlichere Verkehrsteilnehmer zu Ausweichmanövern. Diese können schnell zum Unfall führen.

Aus diesem Grund sieht die StVO Bußgelder für verkehrssündige Radfahrer vor – etwa, wenn Sie das Verkehrszeichen 240 missachten. Eine falsche Straßenbenutzung kann zwischen fünf Euro (freihändig fahren) und 35 Euro (als „Geisterfahrer“ auf dem Radweg unterwegs, mit Unfallfolge) kosten. In der Regel gibt es keine Punkte in Flensburg.

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{ 7 Kommentare… add one }
  • Thomas W. 12. März 2017, 17:34

    Finde ich wirklich gut! Viele Radfahrer sind der Meinung es gelten für sie keinerlei Regeln oder Gesetze. So, wie ich mich darauf verlassen möchte, das ich bei Grün über eine Kreuzung fahren kann als Radfahrer ohne das ich umgefahren werde, so möchte ich mich auch darauf verlassen können, das mir keine “Geisterradler” plötzlich entgegen kommen. Mir ist das Bussgeld noch viel zu niedrig. Geisterradler nehmen in Kauf andere Radfahrer zu Verletzen oder im schlimmsten Fall zu Töten, das gehört viel höher bestraft!

    Auch Radfahrer die auf dem Gehweg fahren nehmen bewusst in Kauf, das sie andere Menschen verletzen oder schlimmer, da wirkt so ein Bußgeld (zumal es ja eh fast nie erhoben wird) fast schön lächerlich……

    Ich selbst fahre im Jahr zwischen 5000 – 6500 Km mit dem Rad, gefährliche Situationen hatte ich fast ausnahmslos mit sich falsch verhaltenden Radfahrern, Platz 1 dabei belegen Geisterradler, am besten noch im Dunkeln ohne Licht.

    Besten Dank auch.

    Thomas Wiedemann

  • Ha Jo 27. April 2017, 15:19

    Ist es erlaubt auf dem Fahrrad einen Fußgängerübergang (Zebrastreifen) zu benutzen?
    a) auf dem Rad fahrend?
    b) das Rad schiebend?
    Muss ein KFZ anhalten, wenn ein Radfahrer den Zebrastreifen zur Überquerung der Straße befährt?

    • bussgeldkatalog.de 2. Mai 2017, 9:41

      Hallo Ha Jo,

      laut § 26 StVO gewährt ein Fußgängerüberweg nur Fußgängern Vorrang. Steigen Radfahrer ab und schieben ihr Fahrrad, gelten sie als Fußgänger – Autofahrer müssen dann am Zebrastreifen anhalten. Radfahrer dürfen auch über einen Zebrastreifen fahren, allerdings gelten sie dann nicht mehr als Fußgänger, weshalb ihnen kein Vorrang gewährt werden muss. Da es in einer solchen Situation schnell zum Unfall kommen kann, sollten Radfahrer also stets absteigen.

      bussgeldkatalog.de

  • Peter 26. Juli 2017, 17:58

    laut §26 StVO gewährt der Fußgängerüberweg dem Fußgänger keinen Vorrang!
    NUR der Fußgängerüberweg mit dem Zeichen 350 (Fußgängerüberweg)gewährt dem Fußgänger Vorrang!!!
    Das wissen viele Fußgänger nicht!
    Neue Regel ?
    In welcher Durchführungsverordnung steht das, dasß ein Radfahrer den Fußgängerüberweg fahrend benutzen
    darf ?

    • bussgeldkatalog.de 31. Juli 2017, 10:44

      Hallo Peter,
      Fahrradfahrer haben an einem Fußgängerüberweg in der Regel keinen Vorrang.

      bussgeldkatalog.de

  • Lemmen 11. August 2017, 18:09

    Auf beiden Strassenseiten in ein geteilter Rad,Fussgängerweg. Ist eine Geisterfahrt erlaubt?

    • bussgeldkatalog.de 14. August 2017, 10:35

      Hallo Lemmen,

      ein Geisterfahren ist in der Regel grundsätzlich nicht erlaubt. Wenn sich auf beiden Straßenseiten ein Radweg befindet, sollte auch der entsprechend richtige benutzt werden.

      Das Team von bussgeldkatalog.de

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