Anwohnerparkausweis: Wie Sie den Anwohnerparkplatz beantragen

Parken auf einem Bewohnerparkplatz: Nur für Bewohner mit Parkausweis

Haben Sie einen Anwohnerparkausweis, müssen Sie keinen Parkschein ziehen.

Haben Sie einen Anwohnerparkausweis, müssen Sie keinen Parkschein ziehen.

Gerade in Städten ist Parkraum oft rar gesät, sodass ein regelrechter Kampf um eine freie Parklücke entstehen kann. Anwohner haben oft das Nachsehen, wenn sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommen, aber jeder Anwohnerparkplatz belegt ist.

Allerdings gibt es gerade in großen Städten immer mehr Parkraumbewirtschaftung und Parkplätze, welche nur für Anwohner zur Verfügung stehen. Diese können beim Bürgeramt einen entsprechenden Anwohnerparkausweis beantragen. Dieser wird umgangssprachlich auch Anwohnerausweis, Anwohnerparkschein oder Bewohnerausweis genannt.

Doch wer hat eigentlich ein Anrecht auf das Anwohnerparken? Wie kann ein entsprechender Ausweis für einen Anwohnerparkplatz beantragt werden? Diesen Fragen widmet sich der nachfolgende Ratgeber und informiert Sie umfassend zum Anwohnerparkausweis.

Sinn und Zweck von Parkraumbewirtschaftung

In vielen Großstädten gibt es zu viele Kfz für zu wenige Parkplätze. Der sogenannte „Parksuchverkehr“ führt dabei unweigerlich zu mehr Lärm und Abgasen. Daher setzt die Verkehrsplanung verstärkt auf Parkraumbewirtschaftung um dadurch eine ausgeglichene Parkraumbilanz zu erreichen.

Damit ist gemeint, dass Parkplätze auf öffentlichem Straßenraum gebührenpflichtig angeboten werden. Dieses Prinzip greift auch oft beim Bewohnerparken. Mit einem Bewohnerparkausweis können die Betroffenen, welche in der entsprechenden Parkzone wohnen quasi umsonst parken und sind nicht verpflichtet, einen Parkschein zu ziehen. In Berlin gibt es beispielsweise 44 Parkzonen, welche bewirtschaftet werden.

Das Parken nur für Anwohner wird somit erleichtert, allerdings gibt es keine Garantie, dass die Anwohner auch tatsächlich einen Stellplatz bekommen. Der Parkraum steht jedem Verkehrsteilnehmer frei, welcher bereit ist, dafür zu bezahlen.

Im Wesentlichen ist die Parkraumbewirtschaftung allerdings nicht nur darauf ausgerichtet, Kfz-Fahrern mit einem Anwohnerparkausweis das Leben zu erleichtern. Sie verfolgt zusammengefasst die drei nachfolgenden Ziele:

  • Effizientes Parken: Der Parksuchverkehr soll reduziert werden. In vielen Städten ist die Nachfrage nach Parkraum nämlich größer als das eigentliche Angebot. Die Parkraumbewirtschaftung soll zu einer ausgeglichenen Parkraumbilanz führen.
  • Stadt- und Umweltverträglichkeit: Lärm- und Abgasbelastung durch den Parksuchverkehr sollen reduziert werden.
  • Zufriedene Bewohner und zufriedene Gewerbetreibende: Dauerparker, welche Plätze besetzten, die eigentlich von Anwohnern genutzt werden sollten, werden dazu angehalten, auf Bus und Bahn umzusteigen. Davon profitieren letztendlich die Besitzer von einem Anwohnerparkausweis.

Voraussetzungen, um einen Bewohnerparkausweis beantragen zu können

Das Parken auf einem Bewohnerparkplatz soll den Parksuchverkehr eindämmen.

Das Parken auf einem Bewohnerparkplatz soll den Parksuchverkehr eindämmen.

Doch welche Voraussetzungen sind eigentlich zu erfüllen, damit das Parken auf einem Anwohnerparkplatz gestattet ist bzw. ein Anwohnerparkausweis beantragt werden kann? Um Anspruch auf die Bewohnerparkkarte zu haben, muss der Betroffene innerhalb der Parkzone behördlich gemeldet sein.

Zudem muss das Kraftfahrzeug des Bewohners nachweislich dauerhaft genutzt werden. Es gibt immer nur einen Bewohnerparkausweis pro Antragsteller. Voraussetzung ist auch, dass der Wagen auf den Antragsteller zugelassen ist.

Gut zu wissen: Neben dem Anwohnerparkausweis gibt es auch den sogenannten Handwerkerparkausweis. Dieser kann von Handwerkern beantragt werden, welche generell auf den Einsatz von Kraftfahrzeugen in Gebieten mit Parkraumbewirtschaftung angewiesen sind.

Antrag auf den Bewohnerparkausweis stellen

Erfüllen Sie die Voraussetzungen, um einen Anwohnerparkausweis beantragen zu können, müssen Sie sich an das zuständige Bürgeramt wenden. Dies kann entweder schriftlich oder im Rahmen von einem Termin vor Ort erfolgen.

Wichtig ist, dass Sie das Bürgeramt aufsuchen, welches für den Bezirk, in dem sich Ihre Parkzone befindet, zuständig ist. Haben Sie die richtige Behörde ausfindig gemacht, sind folgende Unterlagen für den Antrag auf einen Parkausweis für Anwohner vonnöten:

  • Unterschriebener Antrag auf Ausstellung vom Anwohnerparkausweis
  • Nachweis der Kfz-Zulassung (Ablichtung der komplett aufgeklappten Vorderseite der Zulassungsbescheinigung Teil1)
  • Nachweis der Meldeadresse durch Ablichtung beider Seiten des Personalausweises

Sind alle Unterlagen vollständig, kann der Antrag bearbeitet werden. Die entsprechende Parkvignette, welche als Anwohnerparkausweis dient und an die Frontscheibe geklebt werden muss, wird dem Antragsteller per Post zugestellt.

Was kostet ein Bewohnerparkausweis?

Grundsätzlich soll der Anwohnerparkausweis ein kostenloses Parken ermöglichen, allerdings fällt für dessen Ausstellung eine Gebühr von 20, 40 Euro an. Dafür ist der Bewohnerparkausweis zwei Jahre gültig. Bei einem Fahrzeug- bzw. Kennzeichenwechsels, ersatzweiser Ausstellung abhanden gekommener Parkausweise, Zonenänderungen usw. beträgt die Gebühr 10,20 Euro.

Online-Verfahren für den Anwohnerparkausweis

Die Bewohnerparkzone soll von Anwohnern genutzt werden.

Die Bewohnerparkzone soll von Anwohnern genutzt werden.

Ein Besuch beim Bürgeramt kann zu einer echten Nervenprobe werden. Die Behörden sind oft überrannt und auch Kunden mit Termin müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Um dem Abhilfe zu schaffen, wird verstärkt auf das Internet gesetzt.

In der Hauptstadt Berlin ist es beispielsweise möglich, den Anwohnerparkausweis unkompliziert online zu beantragen. Zu diesem Zweck müssen Sie sich auf dem Online-Portal des Bürgeramts registrieren.

Zudem müssen Sie ein Bild vom Fahrzeugschein und von Ihrem Personalausweis hochladen. Des Weiteren ist eine Kreditkarte vonnöten, mit welcher die Gebühr für die Ausstellung vom Bewohnerparkausweis beglichen wird. Ist der Antrag online abgeschickt, erhalten Sie die Parkvignette zeitnah per Post.

Parken auf Anwohnerparkplätzen ohne Anwohnerparkausweis

Wer über keinen Anwohnerparkausweis verfügt, muss bezahlen, wenn er einen bewirtschafteten Parkraum nutzen möchte. Zieht der Betroffene keinen Parkschein, wird ein Verwarngeld fällig. Dieses beträgt in aller Regel zehn Euro, kann sich aber erhöhen, wenn das Fahrzeug über einen längeren Zeitraum geparkt wird.

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