Alles, was Sie zur Fahrradbeleuchtung wissen müssen

Bußgelder – Fahrradbeleuchtung

VerstoßBußgeld (€)
Fahrrad ohne Licht oder mit defektem Licht geführt20.-
... mit Gefährdung25.-
... mit Unfall oder Sachbeschädigung35.-

Wieso ist eine Fahrradbeleuchtung notwendig?

Sehen und gesehen werden: Darum geht es bei der Fahrradbeleuchtung.

Sehen und gesehen werden: Darum geht es bei der Fahrradbeleuchtung.

Fahrradfahrer sind meist ohne großen Schutz im Straßenverkehr unterwegs. Bestenfalls schützt sie ein Fahrradhelm bei Unfällen. Häufig sind Radler aber vollkommen schutzlos unterwegs. Der unfreiwillige Kontakt zwischen Radfahrer und Auto geht immer zu Lasten des Radfahrers.

Diese verfügen nur über ein Mittel, einen Unfall zu vermeiden: Sie müssen für die anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein. Wenn ein Autofahrer von weitem sieht, dass Fahrradfahrer auf der Fahrbahn unterwegs sind, kann er rechtzeitig abbremsen und die Radler aufmerksam passieren. Aus diesem Grund ist die Beleuchtung beim Fahrrad von elementarer Wichtigkeit. Es kommt darauf an, die richtige Technik bzw. das richtige Zubehör zu verwenden.

Doch was sagt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zur Fahrradbeleuchtung? Sind Akkus erlaubt oder muss es ein Dynamo sein? Und welche Strafen drohen laut Bußgeldkatalog 2017? Im folgenden Artikel finden Sie neben Antworten auf diese Fragen weitere allgemeine Informationen und zusätzliche Tipps rund um das Fahrradlicht.

Die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung sind in der StVZO geregelt

Viele Radfahrer haben im Juli 2013 aufgeatmet: Seitdem ist ein Dynamo am Fahrrad nicht mehr pflichtig. Akku- und batteriebetrieben Fahrradlichter sind ebenfalls erlaubt. In vielen Fällen wurde der Dynamo inzwischen durch einen Akku oder eine Batterie ersetzt. Doch das Verkehrsrecht schreibt besondere Voraussetzungen vor. Folgende elektrische Beleuchtung muss laut § 67 StVZO ans Rad:

  • Eine der drei folgenden Energiequellen:
    • eine Lichtmaschine mit einer Nennleistung von mindestens 3 W und einer Mindestnennspannung von 6 V
    • Eine Batterie mit einer Nennspannung von mindestens 6 V
    • Ein wiederaufladbarer Energiespeicher
  • Ein Scheinwerfer mit weißem Licht, der nach vorne strahlt. Gemäß § 23 StVZO muss dieser seit 2006 eine Leuchtkraft von 10 Lux vorweisen.
  • Eine Schlussleuchte mit rotem Licht, nicht niedriger als 250 mm über der Fahrbahn angebracht.

Eine zusätzliche Rückleuchte als „Standlicht“ ist ebenfalls zulässig.

Am Fahrrad ist eine LED-Beleuchtung (Light Emitting Diode) also streng genommen nur dann zulässig, wenn die Leistung und Spannung dem gesetzlichen Rahmen entsprechen. Einige Batterien liegen außerhalb dieses Rahmens. Achten Sie beim entsprechenden LED-Artikel auf eine StVZO-Zulassung (Prüfzeichen). Viele LED-Scheinwerfer fungieren auch als Standlicht bzw. Tagfahrlicht, da sie ihre Helligkeit regulieren können.

Beleuchtung beim Fahrrad: Licht allein reicht nicht

Die komplette Fahrradbeleuchtung besteht nicht nur aus aktiv leuchtenden Elementen (Lampen). Reflektoren gehören laut StVZO zum obligatorischen Zubehör eines Fahrrads. Ihr Rad sollten Sie mit mindestens folgenden Lichtreflektoren ausstatten:

Zur Fahrradbeleuchtung gehört standardmäßig ein Rücklicht.

Zur Fahrradbeleuchtung gehört standardmäßig ein Rücklicht.

  • Ein nach vorne reflektierender Rückstrahler, weiß. Er darf in die vordere Fahrradlampe eingebaut sein.
  • Ein nach hinten reflektierender Rückstrahler, rot. Er darf im Fahrrad-Rücklicht integriert sein.
  • Ein nach hinten wirkender Großflächenrückstrahler, rot. Dieser muss mit dem Buchstaben Z gekennzeichnet sein.
  • Nach vorne und hinten strahlende Reflektoren an den Pedalen, gelb
  • Mindestens zwei Rückstrahler pro Rad in den Speichen, gelb. Diese müssen um 180° versetzt angebracht werden. Alternativ gehen auch zusammenhängende, weiß reflektierende Streifen für die Räder

Erst mit Lampen und Reflektoren ist die Fahrradbeleuchtung komplett!

Für Rennräder unter 11 Kilo Gewicht gelten gewisse Ausnahmen. Scheinwerfer und Schlussleuchte müssen etwa nicht zwingend fest angebracht sein: Sie sollten lediglich mitgeführt und bei Bedarf genutzt werden. Auch dürfen diese die Nennspannung von 6 V unterschreiten.

Falsche Fahrradbeleuchtung: Welche Strafen drohen?

Die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung machen für Rennräder eine Ausnahme.

Die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung machen für Rennräder eine Ausnahme.

Die Vorschriften rund um die Fahrradbeleuchtung gelten laut vielen Experten als überholt. Etwa die präzisen Angaben zu Leistung und Spannung der Batterien oder Dynamos werden von vielen Herstellern nicht eingehalten, da sich deutlich energiesparendere Modelle entwickelt haben – etwa durch die LED-Technik.

Auch führt die Formulierung

Die lichttechnischen Einrichtungen müssen vorschriftsmäßig und fest angebracht sowie ständig betriebsfertig sein.
(§ 67 StVZO, Absatz 1)

zur Verwirrung, ob ansteckbare Leuchtmittel erlaubt seien. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) können diese jedoch genutzt werden.

In vielen Fällen drücken Ordnungsbeamte eine Auge zu, sofern Ihr Fahrrad im Straßenverkehr ausreichend sichtbar ist. Oft werden Leistung und Spannung der Akkus oder Batterien nicht überprüft. Es können aber auch Bußgelder aufgrund einer falschen Fahrradbeleuchtung anfallen. Diese liegen zwischen 20 Euro und 35 Euro.

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