Kurz & knapp: Punkte verkaufen
Wer acht Punkte in Flensburg gesammelt hat, muss mit der Entziehung seiner Fahrerlaubnis rechnen. Manche Verkehrssünder wollen diese Sanktion umgehen und ihre Punkte verkaufen.
Nein. Der Handel mit Punkten ist illegal und wird seit der Gesetzesänderung vom 1. Juli 2026 (§ 23 StVG) mit extrem hohen Geldbußen von bis zu 30.000 Euro streng geahndet.
Die legale Alternative zum Punkteverkauf lautet: Verkehrsregeln einhalten und Punkteabbau durch Teilnahme an einem Fahreignungsseminar.
Legal oder illegal? Punkte verkaufen im Video erklärt
Punkte in Flensburg verkaufen: Wie legal ist das?
Zu viele Punkte in Flensburg können drastische Folgen mit sich ziehen: Im schlimmsten Fall droht die Entziehung der Fahrerlaubnis. Auch schwere Erstverstöße können Fahrer empfindlich treffen, etwa wenn ein Fahrverbot verhängt wird.
Manch ein Verkehrssünder kommt in dieser Situation schnell ins Grübeln, wenn bestimmte Webseiten im Internet vollmundig anbieten, ihre Punkte zu übernehmen. Natürlich gegen Geld.
Doch lassen sich die Punkte aus Flensburg legal verkaufen? Welche Strafe droht? Dieser Ratgeber klärt Sie im Folgenden auf.
Inhaltsverzeichnis
Punktehandel in Deutschland: Grundlagen
Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern in der EU greift in Deutschland bei Verstößen im fahrenden Verkehr die Fahrerhaftung. Das bedeutet, dass die Strafe an denjenigen geht, der mit dem Auto das Delikt begangen hat – also an die Person hinter dem Steuer.
Dem gegenüber steht die Halterhaftung. Diese besagt, dass der Halter des Fahrzeugs zur Verantwortung gezogen wird, unabhängig davon, ob er den Verstoß mit seinem Auto begangen hat oder nicht. Sie greift in Deutschland bei Verstößen im ruhenden Verkehr – etwa bei Parkverstößen oder einer verspäteten Hauptuntersuchung.
In vielen anderen Ländern gilt grundsätzlich die Halterhaftung. Doch die Spezifität der Fahrerhaftung ermöglicht den Punkteverkauf in Deutschland: Während der Halter eines Autos durch die Autopapiere festgestellt wird, stehen den Behörden bei der Ermittlung des Fahrers weniger Mittel zur Verfügung als bei der Halterhaftung. So hatten Punktehändler in der Vergangenheit leichtes Spiel.
Volles Konto in Flensburg: Punkte verkaufen?
Grundsätzlich gilt: Das Verkaufen von Punkten ist illegal! Tatsache ist jedoch, dass der Nachweis für die Behörden lange Zeit sehr schwer zu erbringen war. Somit blieb das Punkte-Übernehmen oft unbestraft.
So funktioniert der Punktehandel: Der Verkehrssünder sucht einen Strohmann, dem er die Punkte übertragen kann. Er muss also einen Führerschein besitzen. Der Strohmann füllt den Anhörungsbogen aus und gibt zu, das Auto gefahren zu haben und erklärt so seine Schuld. Anschließend zahlt er das Bußgeld. Es kam zum Punktehandel: In Flensburg werden die Punkte auf das Konto des Sündenbocks verbucht. Solche Punkteschiebereien finden oft innerhalb des Bekanntenkreises statt. Beim Punkteverkauf bezahlt der Auftraggeber den Strohmann.
Früher erschwerte eine sehr kurze Verjährungsfrist die Arbeit der Behörden. Seit dem 1. Juli 2026 haben Ermittler jedoch sechs Monate Zeit, was die Aufdeckung von Punkteschiebereien deutlich erleichtert. Auch das Risiko für die Vermittler ist massiv gestiegen: Agenturen im Internet, die gegen einen saftigen Aufpreis willige Strohmänner vermitteln, machen sich nun nach dem neuen Straßenverkehrsgesetz strafbar. Ihnen drohen für die Vermittlung drastische Geldbußen von bis zu 30.000 Euro.
Welche Strafen drohen beim Verkaufen von Punkten?
Lange Zeit befanden sich Punktehändler in einer juristischen Grauzone, da die reine Selbstbezichtigung des Strohmannes strafrechtlich oft nicht greifbar war. Genau diese Gesetzeslücke wurde jedoch am 1. Juli 2026 geschlossen.
Nach dem neuen § 23 StVG ist nun der Kauf, der Verkauf sowie die Vermittlung von Punkten ausdrücklich verboten. Allen Beteiligten droht ein massives Bußgeld von bis zu 30.000 Euro. Unabhängig davon prüfen die Behörden weiterhin, ob in Einzelfällen zusätzlich Straftatbestände wie die falsche Verdächtigung (§ 164 StGB) greifen, was zusätzlich Freiheitsstrafen nach sich ziehen kann.
Ist das Risiko noch so gering: Punkte zu verkaufen ist eine illegale Handlung!
Punkte abgeben oder Punkte loswerden: Es gibt auch legale Varianten
Der Punktestand in Flensburg ist für manche Fahrer ein sensibles Thema, immerhin benötigen sie zur Arbeit ihren Führerschein. Punkte zu verkaufen ist aber nicht der einzige Weg, das Punktekonto zu erleichtern oder dem drohenden Fahrverbot zu entkommen.
Zum einen verfallen Punkte automatisch nach frühestens 2,5 Jahren. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Punkte aktiv abzubauen. Dies erreichen Sie durch die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar. Dieses ist nicht teurer als das Verkaufen von Punkten und erfüllt zudem einen verkehrserzieherischen Zweck. Auf diesem Weg können Sie neuen Punkten auf ihrem Konto in Flensburg nachhaltig entgegenwirken.
Punkte zu verkaufen ist hochriskant und kann durch die neuen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro existenzbedrohend werden. Auch auf dem Schwarzmarkt werden oft zwischen 100 und 1.000 Euro je Punkt verlangt. Im Vergleich dazu ist die legale Teilnahme an einem Fahreignungsseminar (Kostenpunkt aktuell ca. 550 bis 650 Euro) nicht nur die sicherere, sondern meist auch die deutlich günstigere Alternative.
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