Bußgeldkatalog bei Drogenverstößen
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | FahrverbotFVerbot | Lohnt ein Einspruch? |
|---|---|---|---|---|
| Kraftfahrzeug geführt mit 3,5 ng/ml oder mehr THC im Blutserum | ||||
| ... beim 1. Mal | 500 | 2 | 1 Monat1 M | Hier prüfen ** |
| ... beim 2. Mal | 1.000 | 2 | 3 Monate3 M | Hier prüfen ** |
| ... beim 3. Mal | 1.500 | 2 | 3 Monate3 M | Hier prüfen ** |
| Trotz Mischkonsum von Cannabis und Alkohol gefahren | ||||
| ... beim 1. Mal | 1.000 | 2 | 1 Monat1 M | Hier prüfen ** |
| ... beim 2. Mal | 1.500 | 2 | 3 Monate3 M | Hier prüfen ** |
| ... beim 3. Mal | 2.000 | 2 | 3 Monate3 M | Hier prüfen ** |
| In der Probezeit oder unter 21 Jahren nach dem Konsum von Cannabis ein Kfz geführt | 250 | 1 | Hier prüfen ** | |
Kurz & knapp: Cannabis und der Führerschein
Der Konsum von Cannabis kann den Führerschein kosten. Ab einem Wert von über 3,5 ng/ml THC im Blut ist das in der Regel der Fall. Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren müssen ein absolutes Verbot beachten. Mehr dazu lesen Sie hier. Mögliche Bußgelder oder Strafen können Sie der Tabelle entnehmen.
Ja, auch in diesem Fall ist es möglich, den Führerschein zu verlieren. Wird die Fahreignung angezweifelt oder Cannabis als Medikament missbraucht, drohen Konsequenzen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das kommt auf den jeweiligen Einzelfall an. Das ist unter Umständen möglich, wenn es sich um einen einmaligen Drogenverstoß handelt und der Blutwert deutlich unter dem neuen Grenzwert lag. Die Wiedererteilung ohne MPU muss immer beantragt werden.
Bei Marihuana Führerschein weg?
Inhaltsverzeichnis
Sowohl der Drogenkonsum als auch der Marihuana-Besitz kann den Führerschein kosten. Letztere als Konsequenz aus einem strafrechtlichen Verfahren. Doch wann ist bei Cannabis der Führerschein weg? Und gibt es durch die Cannabis-Legalisierung den Führerschein zurück, auch rückwirkend? Grundsätzlich gilt, dass sich Verkehrsteilnehmer nur hinters Steuer setzen dürfen, wenn sie in der Lage sind, ein Fahrzeug sicher zu führen.
Da Menschen verschieden auf den Konsum von Rauschmitteln reagieren, sollte bei der Verwendung von Marihuana bzw. Cannabis vom Führen eines Fahrzeugs abgesehen werden. Durch die Legalisierung von Cannabis ist der Führerschein allerdings nicht sofort in Gefahr.
Denn seit 2024 gelten neue Grenzwerte, sodass bis zu 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter im Blutserum zulässig sind. Die rechtliche Basis dafür bildet § 24a Absatz 1a des Straßenverkehrsgesetzes (StVG):
„Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 3,5 ng/ml oder mehr Tetrahydrocannabinol im Blutserum hat.“
Sind Fahrer nicht auffällig und weisen keine Ausfallerscheinungen auf oder stellen eine Gefahr für sich oder andere Verkehrsteilnehmer dar, drohen bei einer Kontrolle in der Regel also keine Konsequenzen. Durch die Cannabis-Legalisierung ist der Führerschein bei niedrigeren Grenzwert also in der Regel sicher. Bei Ausfallerscheinungen sieht das dann jedoch anders aus. Dann kann der Konsum von Cannabis den Führerschein kosten. Und zwar, wenn durch das Fahren unter Drogeneinfluss eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt.
Gleiches gilt, wenn Fahrer über dem Grenzwert liegen. Sie begehen dann mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird mit Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten geahndet. Der Führerschein ist bei schweren Verstößen, bei einer Straftat oder bei einer Gefährdung in der Regel dann ebenfalls weg.
Cannabis-Rezept: Ist der Führerschein in Gefahr?
Kostet der Konsum von medizinischem Cannabis den Führerschein? Nicht automatisch, denn hier können Sonderregelungen greifen. Das ist dann der Fall, wenn das Medikamentenprivileg zum Tragen kommt.
Wichtig ist, dass der Grenzwert von 3,5 ng/ml zwar gilt, aber keine Anwendung findet. Allerdings ist das nur so, wenn medizinisches Cannabis nach ärztlicher Anweisung eingenommen wird und dies durch eine Bescheinigung bestätigt ist.
Aber: Die Fahrtauglichkeit darf zu keiner Zeit beeinträchtigt sein. Der Fahrer muss sicherstellen, dass er das Fahrzeug sicher führen kann. Andernfalls kann auch medizinisches Cannabis den Führerschein kosten. Bei einer Gefährdung bzw. Ausfallerscheinungen sind dann strafrechtliche Folgen gemäß § 316 StGB möglich.
So kann ein Cannabis-Patient den Führerschein ebenso verlieren wie Fahrer, die Marihuana in ihrer Freizeit konsumieren. Gleiches gilt dann auch, wenn die Behörde die Fahreignung grundsätzlich anzweifelt.
Cannabis und Führerschein in der Probezeit: Das ist wichtig!
Anders als bei langjährigen Führerscheininhabern gelten für Fahrer unter 21 Jahren oder in der Probezeit strengere Regelungen. Wie bei Alkohol sind Drogen am Steuer für diese Fahrerabsolut tabu. Das hat sich auch durch die Cannabis-Legalisierung nicht geändert.
Konsumieren Sie Cannabis in der Probezeit, kann der Führerschein durchaus weg sein. Das ist auch so, wenn der festgestellte Blutwert unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes liegt. Es spielt nur eine Rolle, dass konsumiert wurde, nicht aber wie viel.
Weitere Folgen von Cannabis in der Probezeit:
- Bußgelder von mind. 250 Euro
- Punkte
- Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre auf vier
- Aufbauseminar
- Anordnung zur MPU bei schweren Fällen bzw. Wiederholung
Nachfolgend haben wir die Folgen von Cannabis am Steuer grafisch nochmals zusammengefasst:
Cannabis-Legalisierung: Geht der Führerschein zurück ohne MPU?
Wurden Fahrern durch Konsum von Cannabis der Führerschein entzogen und lagen die Blutwerte unter den neuen Grenzwerten, kann im Einzelfall die Wiedererteilung ohne MPU beantragt werden. Allerdings ist das nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Um bei Cannabis den Führerschein nach neuer Regelung zurückzubekommen, müssen folgende Punkte vorliegen:
- Einmaliger Verstoß
- Keine Abhängigkeit
- Blutwert unter dem gesetzlichen Grenzwert
- Keine Zweifel an der Fahreignung
Die Behörde kann im Einzelfall auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) verzichten und den Führerschein neu erteilen. Dies geschieht jedoch nicht automatisch, sondern muss von den betroffenen Fahrern beantragt werden. Im Zweifel sollten Sie einen Anwalt konsultieren, wenn nach Cannabis der Führerschein wiedererlangt werden soll.
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