In der Fahrschule Autofahren lernen: Der Weg zur Fahrerlaubnis

Eine geeignete Fahrschule finden

Ziel der Fahrschule ist es, Führerscheinbewerber auszubilden und Ihnen somit zu einer Fahrerlaubnis zu verhelfen.

Ziel der Fahrschule ist es, Führerscheinbewerber auszubilden und Ihnen somit zu einer Fahrerlaubnis zu verhelfen.

Für viele Menschen gehört es zum Erwachsenwerden dazu, eine Führerscheinausbildung in der Fahrschule zu absolvieren. Mit der Fahrerlaubnis gehen dann ein Gefühl von Selbstständigkeit und Freiheit einher.

Doch der Weg bis zur bestandenen Führerscheinprüfung ist mitunter beschwerlich und lang. Termine müssen koordiniert, Fahrstunden gebucht und der Theorieunterricht besucht werden. Daher ist es wichtig, eine geeignete Fahrschule zu finden, die den individuellen Bedürfnissen gerecht wird.

Sind Anmeldung und Antrag auf Erwerb der Fahrerlaubnis durch, kann es endlich losgehen und der Fahrschüler startet mit der Führerscheinausbildung. Worauf kommt es in Praxis und Theorie an? Wann kann das Fahrschulauto zum ersten Mal genutzt werden? In unserem Ratgeber liefern wir alle wichtigen Informationen rund um die Fahrschule.

Wichtige Informationen zur Fahrschule

In der Fahrschule lernen: Die Theorie

Konnten Sie unter den zahlreichen Fahrschulen in Deutschland einen Favoriten ausmachen, der freie Plätze zur Verfügung hat, kann das Abenteuer losgehen. Nach der obligatorischen Anmeldung bei der Fahrschule, für die in aller Regel eine Gebühr anfällt, erhalten Sie zunächst eine Übersicht der Zeiten, zu denen Theoriestunden angeboten werden.

Zur Anmeldung in einer Fahrschule sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Biometrisches Lichtbild
  • Teilnahmebescheinigung für einen Erste-Hilfe-Kurs
  • Sehtest (nicht älter als zwei Jahre)

Reichen Sie diese Unterlagen ein, stellt die Fahrschule automatisch einen „Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis“. Dieser ist Grundvoraussetzung, damit Sie später die erforderlichen Prüfungen für den Führerschein beim TÜV oder der Dekra absolvieren dürfen.

Die Fahrschule legt in aller Regel selbst fest, ob Sie eine bestimmt Anzahl an Theoriestunden voraussetzt, bevor der Fahrschüler das erste Mal in ein Auto steigt. Die wichtigsten theoretischen Grundlagen zu kennen, ist dabei durchaus von Vorteil.

Je nachdem, welche Führerscheinklasse Sie erwerben wollen, ist eine Mindestanzahl Theoriestunden erforderlich. Eine solche dauert 90 Minuten und hat immer ein Oberthema. Zudem findet eine Einteilung in Grundstoff und Zusatzstoff statt. Für den Führerschein der Klasse B müssten Sie beispielsweise folgende Theoriestunden besuchen:

  • 12 x 90 Minuten zu Themen aus dem Grundstoff
  • 2 x 90 Minuten zu Zusatzstoff
Wichtig: Sie sind nicht verpflichtet, mit den Theoriestunden alle Themengebiete abzudecken. Sie können also durchaus eine Stunde doppelt besuchen und kommen dann letztendlich auch auf die erforderlichen 12 Stunden im Grundstoff. Beim Zusatzstoff funktioniert dies allerdings nicht, hier muss die Fahrschule sicherstellen, dass der Führerscheinbewerber diese besucht hat, andernfalls kann keine Zulassung für die Theorieprüfung erfolgen.

Führerschein machen: Die Theorieprüfung ist Pflicht

Besuchen Sie die Fahrschule fürs Auto, ist die Theorieprüfung Pflicht.

Besuchen Sie die Fahrschule fürs Auto, ist die Theorieprüfung Pflicht.

Haben Sie alle erforderlichen Theoriestunden abgeleistet, wird die Fahrschule Ihnen eine entsprechende Bestätigung ausstellen. Diese können Sie dann bei der Prüforganisation einreichen und somit eine Zulassung zur Theorieprüfung erwirken.

Damit Sie wissen, was bei dieser Prüfung auf Sie zukommt, können Sie einen theoretischen Fahrschultest absolvieren, der quasi eine Generalprobe für die Theorieprüfung bietet. Diese wird beim TÜV oder der Dekra abgelegt. Dafür wird eine Gebühr von 20,83 Euro fällig.

Je nach Führerscheinklasse, die durch die Ausbildung in der Fahrschule erworben werden soll, wartet eine unterschiedliche Anzahl an Fragen auf den Prüfling. Grundsätzlich kommt bei der Theorieprüfung das Multiple-Choice-Verfahren zum Einsatz.

Es werden zu jeder Fragestellung drei Antwortmöglichkeiten vorgegeben, von denen mindestens eine richtig ist und somit angekreuzt werden muss. Es ist aber auch möglich, dass alle drei Antworten mit dem entsprechenden Kreuz versehen werden müssen.

Jeder Frage wird eine Wertigkeit von zwei bis fünf zugeordnet. Diese entspricht der Anzahl an Fehlerpunkten bei einer falschen Beantwortung. Die Frage wird auch als falsch beantwortet gewertet, wenn Sie statt zwei richtigen nur eine richtige Antwort angeklickt haben.

Wichtig: Je nach Führerscheinklasse ist eine bestimmte Anzahl von Fehlerpunkten zulässig (bei Klasse B beispielsweise zehn). Werden allerdings zwei Fragen mit einer Wertigkeit von fünf falsch beantwortet, gilt die Prüfung als nicht bestanden und muss wiederholt werden. Dabei handelt es sich in aller Regel um Fragestellungen zur Vorfahrt.

Haben Sie die Prüfung bestanden, erhalten Sie eine entsprechende Bescheinigung, welche Sie der Fahrschule vorlegen können. Diese ist Voraussetzung, um einen Termin für die praktische Fahrprüfung vereinbaren zu können.

Haben Sie die Prüfung verhauen, ist dies auch kein Weltuntergang, Sie können diese erneut ablegen. Allerdings schreibt die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in § 18 vor, dass eine Wiederholungsprüfung erst nach einer Sperrfrist von mindestens zwei Wochen erfolgen kann. Dafür fallen dann erneut Prüfungsgebühren an.

Der praktische Teil der Führerscheinausbildung

Steht die erste Fahrstunde in der Fahrschule an, ist die Aufregung meist groß. Der Fahrlehrer wird Ihnen zunächst die einzelnen Bestandteile des Kfz und deren Funktion näher erläutern. Danach erfahren Sie, wie Sitz, Lenkrad und Co. optimal für Ihre Größenverhältnisse eingestellt werden.

In der ersten Fahrstunde wird meist das Anfahren geübt, damit der Fahranfänger ein Gefühl bekommt, wann er die Kupplung kommen lassen muss. Bei einem Automatikfahrzeug entfällt dieser Lernprozess natürlich.

Der Fahrlehrer hat selbst in seinem Fußraum Pedale eingebaut, sodass er in gefährlichen Situationen jederzeit eingreifen und somit Unfälle vermeiden kann. Er wird Ihnen entsprechende Kommandos geben, wo Sie hinfahren sollen.

Zur Ausbildung in der Fahrschule gehört auch das Fahren auf der Autobahn.

Zur Ausbildung in der Fahrschule gehört auch das Fahren auf der Autobahn.

Dabei sollten möglichst unterschiedliche Verkehrssituationen geübt werden (Kreisverkehr, rechts-vor-links-Kreuzungen etc.). Je nachdem, wie schnell der Schüler in der Fahrschule seine Fähigkeiten verbessert, ist eine unterschiedliche Anzahl an Fahrstunden vonnöten. Es gibt allerdings auch die sogenannten Pflichtstunden (Sonderfahrten), die jeder Führerscheinanwärter in einer Autofahrschule für die Klasse B absolvieren muss:

  • Autobahnfahrt: Diese Sonderfahrt dauert vier Stunden und führt den Fahrschüler über die Autobahnen in seiner Umgebung. Dabei sind beispielsweise die Autobahnauffahrt und -abfahrt zentrale Themen. Weiterhin werden der Mindestabstand und das Überholen geübt. Diese Pflichtfahrstunde kann erst abgeleistet werden, wenn der Fahrschüler im Rahmen der Fahrstunden bei der Fahrschule eine sichere Fahrweise nachgewiesen hat.
  • Überlandfahrt: Dies ist die mit fünf Stunden die längste Sonderfahrt. Sie findet größtenteils außerorts statt und soll den Führerscheinbewerber darin schulen, außerorts zu fahren. Dabei muss eine Strecke von mindestens 50 Kilometern am Stück gefahren werden.
  • Nachtfahrt: In einer dreistündigen Pflichtfahrstunde soll der Schüler ein Gefühl für das Fahren bei Nacht entwickeln. Dabei wird auch trainiert, wann das Fernlicht ein- und auszuschalten ist. Vor Fahrtbeginn werden in der Regel alle Leuchten am Auto auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft.

Erst, wenn die Sonderfahrten in der Fahrschule absolviert wurden, kann ein Termin für die praktische Fahrprüfung gebucht werden. Vor der Prüfung findet in aller Regel noch eine letzte einfache Fahrstunde statt, damit sich der Prüfling „einfahren“ kann.

Endlich ist der große Tag gekommen: Die praktische Fahrprüfung

Haben Sie die einzelnen Stationen der Fahrschule durchlaufen, findet die Ausbildung zum Führerschein mit der praktischen Fahrprüfung ihren Abschluss. Diese kann beim TÜV oder der Dekra erfolgen.

Dazu ist vorab eine Anmeldung vonnöten, diese nimmt in aller Regel die Fahrschule bzw. der Fahrlehrer vor. Beim TÜV wird eine Prüfungsgebühr von 84,97 Euro für die Fahrerlaubnis der Klasse B fällig. Zusätzlich müssen Sie bei Ihrer Fahrschule eine „Leihgebühr“ für das Fahrschulauto entrichten, damit Sie dieses für die Prüfung nutzen können.

Der Ablauf richtet sich maßgeblich nach der Führerscheinklasse, welche Sie erwerben müssen. Dabei müssen unterschiedliche Aufgaben bewältigt werden. In der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ist festgehalten, welchen Anforderungen der Prüfling gerecht werden muss. Anlage 7 zu § 16 Abs. 2, § 17 Abs. 2 und 3 FeV besagt Folgendes:

Die Fahrschule findet mit der bestandenen praktischen Fahrprüfung ihren Abschluss.

Die Fahrschule findet mit der bestandenen praktischen Fahrprüfung ihren Abschluss.

Der Bewerber muss fähig sein, selbständig das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrslagen verkehrsgerecht und sicher zu führen. Seine Fahrweise soll defensiv, rücksichtsvoll, vorausschauend und dem jeweiligen Verkehrsfluss angepasst sein. Daneben soll er auch zeigen, dass er über ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines Kraftfahrzeugs maßgebenden gesetzlichen Vorschriften und einer umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise verfügt, sie anzuwenden versteht sowie mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist. […]

Diese Merkmale werden Anhand verschiedener Aufgaben überprüft. Dabei gibt es für jede Führerscheinklasse Grundfahrausgaben, von denen eine bestimmte Anzahl durch den Prüfer verlangt wird.

Für die Klasse B erwarten Sie drei Grundfahraufgaben aus den folgenden Bereichen: Fahren nach rechts rückwärts unter Ausnutzung einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt, Rückwärtsfahren in eine Parklücke (Längsaufstellung), Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung, Einfahren in eine Parklücke (Quer- oder Schrägaufstellung) oder Umkehren.

Weisen Sie einen sicheren Umgang mit dem Kfz und den Verkehrsregeln nach, ist das Abenteuer „Fahrschule“ beendet und Sie erhalten die Fahrerlaubnis samt Führerschein zum Nachweis selbiger.

Falls Sie sich grobe Fahrfehler leisten oder der Fahrlehrer während der Prüfung eingreifen muss, gilt diese als nicht bestanden. Allerdings gibt es danach keine Sperrzeit oder ähnliches. Sobald ein neuer Termin verfügbar ist, kann dieser durch die Fahrschule gebucht werden. Die Gebühr wird dann erneut fällig. Es empfiehlt sich aber, vor einer erneuten Prüfungsfahrt durch Fahrstunden mehr Sicherheit zu gewinnen.

Für die Fahrschule üben: So bereiten Sie sich optimal vor

Auf die Prüfung soll die Fahrschule den Schüler sowohl in Praxis als auch in Theorie optimal vorbereiten. Allerdings ist dazu auch eine gewisse Eigeninitiative vonnöten. Wollen Sie Kosten für Fahrstunden sparen, empfiehlt es sich, eigens eingerichtete Verkehrsübungsplätze aufzusuchen.

Je sicherer Sie im Umgang mit dem Kfz sind, desto einfacher wird es Ihnen fallen, den Anforderungen des Fahrlehrers gerecht zu werden. Lernen für die Fahrschule können Sie auch, indem Sie die Fragen zur Theorieprüfung üben.

Dies kann durch unterschiedliche Medien geschehen. Von der Smartphone-App bis hin zu den klassischen Fragebögen, können hier einige Möglichkeiten in Anspruch genommen werden. Je besser Sie vorbereitet sind, desto höher ist die Chance, dass Sie die Prüfungen im ersten Anlauf meistern.

Intensivfahrschule: Wenn es mit dem Führerschein schnell gehen soll

Wie bereits erwähnt, ist eine Führerscheinausbildung in der Fahrschule sehr zeitintensiv. Nicht jedermann ist in der Lage, diese Zeit aufzubringen. Daher gibt es einige Fahrschulen, die im Vergleich eine sehr schnelle Führerscheinausbildung anbieten.

Es handelt sich dabei in aller Regel um eine Intensiv- oder Ferienfahrschule. Diese bieten Ihnen die Möglichkeit, den Führerschein innerhalb von 14 Tagen zu machen. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie den Stoff für die Theorie sehr schnell lernen müssen und teils mehrere Fahrstunden am Tag absolvieren.

Kritiker mahnen immer wieder an, dass bei diesem Modell die Ausbildung zu kurz käme. Befürworter argumentieren allerdings, dass die intensive Ausbildung den Vorteil einer viel schnelleren Umsetzung des Gelernten biete.

Gibt es eine Lkw-Fahrschule?

Es gibt auch mehrere Fahrschulen, die auf Lkw spezialisiert sind. Hier entscheiden sich die Ausbildungsinhalte teilweise von denen bei einem Führerschein der Klasse B. Die Ausbildung ist meist noch umfassender und entsprechend teurer.

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