Bußgeldkatalog Fahrrad 2017: Können Radfahrer Punkte bekommen?

Der Bußgeldkatalog sieht nicht nur für Kfz-Fahrer Verwarn- und Bußgelder vor. Auch Fahrradfahrer müssen mit entsprechenden Konsequenzen rechnen, wenn sie gegen die Verkehrsregeln verstoßen.

Neuer Fahrrad-Bußgeldkatalog 2017: Die wichtigsten Bußgeldtabellen für Radfahrer

Übersicht zu speziellen Ratgebern zum Fahrrad:

Nutzen Sie unseren Fahrrad-Bußgeldrechner

Neben den Verstößen für Kfz-Fahrer, die Sie mit unserem Bußgeldrechner berechnen lassen können, können Sie sich an dieser Stelle auch die Bußgelder für Fahrradfahrer anzeigen lassen. Wählen Sie dazu den Verstoß aus und verfeinern Sie anschließend Ihre Abfrage mittels der Schieberegler.

Gibt es für das Fahrrad besondere Vorschriften?

Der Bußgeldkatalog für Radfahrer kennt auch den Tatbestand "Handy auf dem Fahrrad genutzt".

Der Bußgeldkatalog für Radfahrer kennt auch den Tatbestand „Handy auf dem Fahrrad genutzt“.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Nicht selten aber kurven Fahrradfahrer mit hohen Geschwindigkeiten über rote Ampeln, schlängeln sich an Fahrzeugen vorbei und kürzen ihren Weg mittels Fußgängerzone ab. Diesen Rowdys gehört die Straße – diesen Eindruck müssen die umstehenden Passanten zwangsläufig erlangen.

Doch wie ist das eigentlich? Gibt es für einen Verstoß mit dem Fahrrad eine Strafe? Existiert ein Bußgeldkatalog für Radfahrer? Im nachfolgenden Ratgeber klären wir, was die Straßenverkehrsordnung zum Fahrrad regelt, was bei Verkehrsverstößen passiert und welche Bußgelder beim Fahrrad drohen.

Mit dem Fahrrad Punkte kassieren?

Rotlichtverstoß: Mit dem Fahrrad können auch Punkte gesammelt werden.

Rotlichtverstoß: Mit dem Fahrrad können auch Punkte gesammelt werden.

Besonders in größeren Städten kann ein Fahrrad schneller und praktischer sein, als ein PKW. Gerade zur Hauptverkehrszeit, wenn Autofahrer im Stau stehen, können Fahrradfahrer oftmals fröhlich vorbeiziehen oder auf einen nahegelegenen Park ausweichen und den Weg abkürzen. Manch ein Radler wird dabei aber übermütig und ignoriert zum Teil die einfachsten Regeln.

Ein solches Verhalten gefährdet die Verkehrssicherheit erheblich. Nicht selten kommt es zu Personenschäden, weil ein Radfahrer einen Fußgänger oder anderen Fahrradfahrer „erwischt“.

Die Unachtsamkeit ist aber auch für den Radfahrer selbst gefährlich. Immer wieder geraten Personen auf einem Fahrrad unter die Räder und werden in einen Unfall verwickelt.

Um verkehrserzieherisch auf Fahrradfahrer einwirken zu können, können die Behörden bei Verkehrsverstößen auch Strafen gemäß dem Bußgeldkatalog fürs Fahrrad vergeben. Entgegen der landläufigen Meinung sind bei schweren Verkehrsordnungswidrigkeiten sogar Punkte in Flensburg möglich.

Das Rowdytum auf dem Fahrrad kann also auch Konsequenzen für den PKW-Führerschein haben. Doch wie verhält es sich eigentlich, wenn der Radfahrer gar keine Fahrerlaubnis besitzt? Auch in diesem Fall wird ein Punktekonto in Flensburg eröffnet.

Meist schmerzen die Punkten dann aber weniger als das Bußgeld. Genügt das Fahrrad aber irgendwann nicht mehr den eigenen Mobilitätsansprüchen, können solche Eintragungen die Erlangung einer Fahrerlaubnis erheblich erschweren.

Beispiele aus dem Fahrrad-Bußgeldkatalog

Verkehrszeichen: Auf dem Fahrrad gelten häufig dieselben Regeln.

Verkehrszeichen: Auf dem Fahrrad gelten häufig dieselben Regeln.

Radfahrer bewegen sich nicht im rechtsfreien Raum. Die Einhaltung der Verkehrsregeln wird von der Polizei kontrolliert und bei einem Verstoß sanktioniert. Obwohl es sich häufig nur um Verwarnungsgelder handelt, kann auch ein Bußgeldverfahren eröffnet werden.

Maßgeblich ist, ob ein Tatbestand aus dem Bußgeldkatalog fürs Fahrrad erfüllt wurde. Der bundeseinheitliche Katalog wurde eingeführt, um für ähnliche Verkehrsverstöße auch vergleichbare Sanktionen verhängen zu können. Er unterstützt als Orientierungsrahmen die Behörden bei der Festsetzung der Bußgelder und Punkte.

Mittels Bußgeldbescheid erhalten die betroffenen Radfahrer die verhängten Sanktionen. Neben dem Verwarnungsgeld bzw. dem Bußgeld können auch Punkte vergeben werden. Fahrverbote sind aber nicht Teil vom Bußgeldkatalog fürs Fahrrad. Eine riskante Fahrweise und ein rücksichtsloses Fahren mit dem Rad können aber dennoch den Führerschein kosten.

Zu jedem Tatbestand gibt es im Bußgeldkatalog fürs Fahrrad eine sogenannte Bußgeldtabelle. Die entsprechenden Tabellen können Sie in unseren Fahrrad-Ratgebern einsehen.
Betrunken auf dem Fahrrad? Die Strafe kann der Fahrerlaubnisentzug sein.

Betrunken auf dem Fahrrad? Die Strafe kann der Fahrerlaubnisentzug sein.

MPU und Promillegrenze für Radfahrer

Nicht immer gibt es für den Verstoß auf dem Fahrrad nur ein Bußgeld. Insbesondere bei Alkohol und Drogen auf dem Bike versteht die Polizei keinen Spaß. Anders als beim PKW gibt es zwar keine Promillegrenze, dennoch kann das berauschte Fahren mit dem Fahrrad schwer­wieg­ende Folgen haben. Ist die Fahrweise eines Radfahrers auffällig bei einem Promillewert über 0,3 können die Behörden eine Strafanzeige stellen. Gleiches gilt, wenn ein Unfall verursacht wurde. Möglich ist außerdem eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), sollte der Konsum von Drogen festgestellt werden.

Der Verlust der Fahrerlaubnis droht, wenn mit über 1,6 Promille gefahren wurde. In diesem Fall werden drei Punkte gemäß Bußgeldkatalog fürs Fahrrad vergeben. Zudem wird eine Geldstrafe verhängt und eine MPU angeordnet.

Die MPU dient dann der Feststellung der Fahreignung. Bis zum Test bleiben Radfahrer aber Inhaber des Führerscheins. Können diese aber nicht bis zum Ablauf der Frist ein positives Gutachten nachweisen, wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Können Radfahrer ihren Führerschein riskieren?

Es ist ein Irrglaube, dass Radfahrer stets straffrei davonkommen. Der Bußgeldkatalog fürs Fahrrad sieht zum Teil empfindliche Strafen vor. Zur Kontrolle setzt die Polizei häufig Beamten ein, die gezielt den Fahrradverkehr beobachten. Punkte und Bußgelder werden hierbei nicht selten vergeben. Fahrradfahrer können also genauso wie Kraftfahrzeugführer Punkte sammeln.

Auch unter Alkohol- oder Drogeneinfluss Fahrrad zu fahren, ist keine gute Idee. Kann bei der MPU die Fahreignung nicht nachgewiesen werden, ist der Führerschein futsch.

Verkehrsordnungswidrigkeiten: Meist wird ein Bußgeld beim Fahrrad vergeben.

Verkehrsordnungswidrigkeiten: Meist wird ein Bußgeld beim Fahrrad vergeben.

Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem Fahrrad

Eigentlich gelten Fahrräder als eher langsame Fahrzeuge. Die im Verkehrsrecht festgeschriebene Höchst­geschwindig­keit von 50 km/h innerorts dürften die wenigsten Radler beim Fahren überschreiten können. Natürlich ist es denkbar, dass Radsportprofis schneller unterwegs sind – dies bleibt aber die Ausnahme.

Trotzdem ist es möglich, dass ein Radfahrer gemäß Bußgeld­katalog fürs Fahrrad ein Verwarnungsgeld erhält. Gefährdet er einen Fußgänger aufgrund von unan­gepasster Geschwindigkeit, kann er einen Punkt und ein Bußgeld zwischen 30 und 35 Euro erhalten.

Bußgeldkatalog: Rotlichtverstoß mit Fahrrad

Alle, die mit dem Rad über eine rote Ampel fahren, können von den Behörden belangt werden. Hierbei wird wie beim PKW unterschieden, ob die Ampel bereits länger als eine Sekunde auf Rot geschalten war oder ob sie erst auf Rot gewechselt ist. In der ersten Situation fallen die Bußgelder wesentlich höher aus. Es folgen ein Punkt und 100 Euro Geldbuße (mit Unfall 180 Euro). Hat die Farbe erst gewechselt, sind es gemäß Bußgeldkatalog fürs Fahrrad 60 Euro und ein Punkt, kam es zum Unfall, müssen 120 Euro gezahlt werden.

Weiter Tatbestände aus dem Bußgeldkatalog fürs Fahrrad

Die Aufgabe der Polizei ist es, die Sicherheit im Verkehr zu gewährleisten. Dazu gehört auch zu überprüfen, ob die Regelungen aus der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) eingehalten werden. Probleme gibt es oftmals bei der Beleuchtung. Ist diese defekt, kann gemäß Bußgeldkatalog fürs Fahrrad ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro verhängt werden. Kam es zum Unfall sind 35 Euro zu zahlen. Einen Punkt gibt es allerdings nicht.

Die Nutzung vom Handy auf dem Rad während dem Fahren kann ebenfalls folgenreich sein – es sind 25 Euro fällig. Wurde lediglich zu laut Musik gehört, sodass es zur Behinderung kam, bleibt es allerdings bei einem Verwarnungsgeld von 15 Euro.

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